Wölfen droht durch Jagd und Inzucht der Untergang

10. Februar 2011, 21:09
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Zwischen Norwegen und Russland lebender Stamm mit etwa 1.000 Tieren sei zu klein für stabiles Überleben

Stockholm - Wissenschaftler warnen vor einem möglichen Aussterben der nordeuropäischen Wölfe. Der zwischen Norwegen und dem westlichen Russland lebende Stamm mit etwa 1.000 Tieren sei zu klein für ein stabiles Überleben und überdies durch Inzuchtschäden bedroht, warnten vier Experten in der Zeitung Dagens Nyheter vom Dienstag. Der schwedischen Reichstag wollte an dem Tag über das Für und Wider der Wolfsjagd debattieren.

Es müsse für eine Bestandsgarantie mindestens 3.000 Tiere geben sowie durch internationale Zusammenarbeit der Austausch von Tieren aus verschiedenen Gebieten in Gang gesetzt werden, hieß es in der Zeitung. Die Forscher aus verschiedenen Ländern sind im Auftrag der schwedischen Regierung tätig.

Streit um Jagd auf Wölfe

In dem Land, wo etwa 200 Wölfe leben, wird heftig über die Wiederzulassung der Jagd auf die Raubtiere gestritten. Die EU-Kommission hat nach der erneuten Freigabe von 20 Wölfen zum Abschuss eine Klage gegen Schweden angekündigt. Umweltminister Anders Carlgren wurde für das grüne Licht seiner Behörden am Dienstag vor den Reichstag zitiert. Wegen der Inzuchtschäden im schwedisch-norwegischen Stamm will die Regierung in Stockholm ab diesem Sommer einige Tiere aus dem finnisch-russischen Stamm im eigenen Land aussetzen.

Von den seit Jänner zum Abschuss freigegebenen 20 Wölfen wurden bisher 19 erlegt. Während Umwelt- und Tierschützer die Jagd heftig kritisieren, verlangen sowohl der Jägerverband sowie Bewohner der betroffenen Bezirke deutlich höhere Abschussquoten.

Indessen engagiert sich auch Ex-Filmstar Brigitte Bardot von St. Tropez aus für die Wölfe in Schweden. Wie ein Regierungssprecher in Stockholm am Donnerstag bestätigte, hat Umweltminister Andreas Carlgren einen bitterbösen Brief der 76-jährigen Französin bekommen. "Lasst diese armen Tiere in Ruhe, hört mit der Jagd auf und lasst den kleinen Wolfsstamm ein bisschen stabiler werden", hieß es in dem Brief nach Medienangaben. (red/APA/dpa)

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    Die Wolf-Population im Norden Europas ist zu klein für ein stabiles Überleben.

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