Neue, vielversprechende Waffe im Kampf gegen Malaria

8. Februar 2011, 13:37
13 Postings

Künstlicher Wirkstoff zeigte sich im Tierversuch äußerst wirkungsvoll und gut verträglich

Basel - Ein neuer Wirkstoff erweist sich als vielversprechende Waffe im Kampf gegen Malaria. Laut einem Forschungsteam mit Basler Beteiligung erwies sich die Substanz in Tierversuchen als äußerst wirkungsvoll und ist gut verträglich. Nun soll die Wirksamkeit bei Menschen untersucht werden.

Der künstlich hergestellte Wirkstoff namens OZ439 wurde im Fachmagazin PNAS vorgestellt, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte. Beteiligt an den Arbeiten war ein Team des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts in Basel, das der Uni Basel angeschlossen ist.

Substanz mit "außergewöhnlichen" Eigenschaften

Gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Australien testeten die Basler Forscher OZ439 zuerst im Reagenzglas und dann an von Malaria befallenen Mäusen. Die Eigenschaften der Substanz seien "außergewöhnlich", schreiben sie. Schon eine einzige, relativ niedrige Dosis des Wirkstoffs reichten, um die kranken Mäuse zu heilen.

Das hängt unter anderem damit zusammen, dass OZ439 nach der Einnahme relativ lange im Körper bleibt und damit über eine lange Zeit die Parasiten abtöten kann. In einer klinischen Studie der Phase I zeigte sich zudem, dass gesunde menschliche Probanden den Wirkstoff selbst in hohen Konzentrationen gut vertragen.

Phase-II-Studie

Nun wird der Wirkstoff in einer Phase-II-Studie an Patienten getestet, um mehr über die Wirksamkeit und Stabilität herauszufinden. Weitere Studien sollen laut der Uni Basel dazu dienen, seine Wirksamkeit mit der von Artesunat zu vergleichen, einem der wichtigsten heutigen Malariamedikamenten.

Jedes Jahr erkranken etwa 250 Millionen Menschen an Malaria und eine Million, oft Kinder unter fünf Jahren, sterben daran. Es existieren zwar Medikamente, doch der Krankheitserreger, ein einzelliger Parasit namens Plasmodium, wird gegen viele Medikamente nach und nach resistent. Deshalb suchen Forscher fieberhaft nach neuen Wirkstoffen. (red/APA/sda)

Share if you care.