ORF "von diesem Vermarktungsdruck befreien"

7. Februar 2011, 17:04
2 Postings

ORF-Steiermark-Offert empört Privatsenderverband

Das Angebot des steirischen ORF-Marketingchefs an die Landesregierung über den Verkauf redaktioneller Beiträge in ORF Steiermark sorgt für Unmut. Heftige Kritik übt der Verbandschef der Privatsender auf Anfrage des STANDARD: "Das ist ein Beweis mehr dafür, dass der ORF mit dem enormen Vermarktungsdruck nicht umgehen kann", sagt Schweighofer.

"Unfassbarer Fall"

In einem dem STANDARD vorliegenden Schreiben bot der Marketingchef, wie berichtet, für eine Medienkooperation Pressekonferenzen, Trailer, Plakate, Internetseite auf steiermark.ORF.at, Sammelsäcke, Flyer an, zudem bietet das Landesstudio "3 TV-Beiträge in Steiermark heute" und "12 Beiträge/Elemente im Programm von Radio Steiermark". "Pauschalbetrag" der Landesabteilung Abfall- und Stoffflusswirtschaft: 90.000 Euro. Zum Schutz der Unabhängigkeit, der Österreich-Berichterstattung und vor allem der ORF-Journalisten hält es Schweighofer für "umso wichtiger, den ORF "mittelfristig von diesem Vermarktungsdruck zu befreien.

Die Politik solle "diesen unfassbaren Fall zum Anlass nehmen, endlich seriös darüber nachzudenken, wie man dies unter Erhaltung der lokalen und regionalen Qualität und damit der Unverwechselbarkeit des ORF schaffen kann." Schweighofer: "Immerhin stehen 600 Millionen Euro Gebührengelder pro Jahr zur Verfügung: Damit wäre im Endausbau sogar ein völlig werbefreier ORF zu finanzieren." (red, DER STANDARD; Printausgabe, 8.2.2011)

  • Klaus Schweighofer, Privatsenderverband, zu ORF-Beitragsofferten: "Unfassbarer Fall."
    foto: vöp

    Klaus Schweighofer, Privatsenderverband, zu ORF-Beitragsofferten: "Unfassbarer Fall."

Share if you care.