Windkraft-Boom in China

7. Februar 2011, 16:02
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Fast die Hälfte aller neuen Anlagen wurde 2010 im Reich der Mitte errichtet - Weltweit legte die Leistung um 22,5 Prozent zu

Wien - Im Vorjahr wurden weltweit 35.800 Megawatt (MW) an Windkraftleistung aufgebaut und dafür 47 Milliarden Euro investiert. Damit wuchs die weltweite Windenergie-Leistung um 22,5 Prozent auf 194.400 MW, geht aus einer Aussendung der IG Windkraft hervor.

Zudem wurde erstmals in der Geschichte der Windenergie die Mehrheit der Windräder nicht in Europa und Nordamerika aufgebaut, sondern in China. Fast die Hälfte aller 2010 errichteten Anlagen (16.500 MW) wurde dort errichtet.

Neubau-Leistung unter 2009

Dennoch lag die weltweite Neubau-Leistung knapp unter dem Wert von 2009 (38.600 MW). "2010 war ein hartes Jahr für die meisten Industriezweige, die Windenergie war keine Ausnahme", schlussfolgert Steve Sawyer, Generalsekretär des Global Wind Energy Council GWEC. Jedoch: "2011 wird besser. Die Aufträge nahmen im zweiten Halbjahr 2010 wieder zu."

Auch in Österreich ist der Ausbau wieder in Gang gekommen. Nun sei dringend eine Novelle des Ökostromgesetzes erforderlich, so die IG Windkraft.

Anfang 2011 sind in Österreich 625 Windräder mit einer Gesamtleistung von 1011 MW am Netz. 2011 werden voraussichtlich 120 MW neu errichtet. Das Investitionsvolumen dafür beträgt 220 Mio. Euro, dadurch werden 120 Mio. Euro heimische Wertschöpfung geschaffen, weitere 200 Mio. Euro kommen durch den Anlagenbetrieb über die Betriebsdauer hinzu.

"Ökostromgesetz dringend erforderlich"

Vom internationalen Trend profitiert auch die heimische Zulieferindustrie. "In jedem zweiten neu errichteten Windrad weltweit steckt eine Steuerung von Bachmann electronic in Vorarlberg", so IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl. Österreichische Zulieferer - beispielsweise AMSC Windtec in Klagenfurt - sind unter anderem führend in den Bereichen Steuerungen, Generatoren oder Windkraftanlagendesign.

Bereits heute sind in Österreich mehr als hundert Firmen in der Windenergiezulieferbranche tätig. 2009 betrug das Exportvolumen der Branche rund 450 Millionen Euro. "Für den weiteren Ausbau bedarf es allerdings einer Novellierung des Ökostromgesetzes noch im ersten Halbjahr 2011. Nur so sind die Zielsetzungen des Ökostromgesetzes selbst sowie des österreichischen Aktionsplanes zu erreichen", erklärt Moidl. (red)

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    Die österreichische Zulieferindustrie profitiert stark vom Ausbau zur Windenergie.

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