Schwerverletzter Tunesier - Tatverdächtiger gefasst

4. Februar 2011, 15:27
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Motiv offenbar private Streitigkeiten - Blutspuren auf Kleidung überführten Bekannten

Der lebensgefährliche Angriff auf den 69-jährigen gebürtigen Tunesier Mohamed T. in Wien-Penzing ist offenbar geklärt. Ein 37-jähriger Landsmann des Schwerverletzten ist laut Polizei Freitag früh als Verdächtiger festgenommen und wenige Stunden später in U-Haft genommen worden. Hinweise auf ein politisches Motiv ergaben sich nicht, vielmehr soll es um private Streitigkeiten gegangen sein. Der 69-Jährige schwebte am Freitag nach wie vor in Lebensgefahr.

Überführt wurde der in Wien lebende Ahmed K. durch Blutspuren auf seiner Kleidung. Diese wurden dem schwer verletzten Mohamed T. zugeordnet, erklärte Polizeisprecher Mario Hejl. Das Umfeld des Opfers hatte den Ermittlern von Zwistigkeiten zwischen den beiden Männern berichtet, worauf Ahmed K. bereits vor einigen Tagen als Zeuge befragt worden war. Im Zuge dessen wurden mehrere Kleidungsstücke sichergestellt, auf denen bei der Analyse Blut von Mohamed T. nachgewiesen wurde. Polizei und die Spezialeinheit Cobra nahmen den 37-Jährigen daraufhin am Freitag um 5.10 Uhr widerstandslos an seiner Wohnadresse fest.

Häufig Auseinandersetzungen

Der arbeitslose Verdächtige und Mohamed T. kennen sich seit längerem, es soll häufiger Auseinandersetzungen gegeben haben. Worum es dabei genau ging, war am Freitag noch Gegenstand von Ermittlungen. Den Streit hat Ahmed K. laut Polizei bereits zugegeben. Dass er dem 69-Jährigen Verletzungen zugefügt haben soll, bestreite er aber - trotz der Blutspritzer auf der Kleidung. Da der 37-Jährige nach seiner Festnahme weitere Aussagen verweigert hatte, wurde er noch Freitagvormittag in die Justizanstalt Josefstadt gebracht und in Haft genommen, erklärte Hejl. Er wird des versuchten Mordes beschuldigt.

Anfänglich hatte die Polizei auch politische Hintergründe in Betracht gezogen. Mohamed T. war früher für einen Verein tätig, welcher der Partei (RCD) des gestürzten tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali nahesteht. Er hatte Funktionen bei mehreren Vereinen in Wien inne, diese nach Angaben von Angehörigen aber vor einiger Zeit zurückgelegt. Darunter befand sich auch der tunesische Kulturverein, auf dessen Lokal in der Volksgartenstraße am 11. Jänner ein Brandanschlag verübt wurde. Dessen Urheber sind bis jetzt nicht bekannt.

Mohamed T. war am 28. Jänner in seinem Heimatbezirk Penzing auf der Straße niedergeschlagen worden. Ein Passant fand den 69-Jährigen gegen 22.40 Uhr mit schweren Kopfverletzungen regungslos in einem Hausdurchgang in der Linzer Straße 261. Der Senior hatte zuvor ein Lokal in der Neubaugasse besucht, das er gegen 21.15 Uhr verlassen haben soll, um sich auf den Heimweg zu machen. Die Ermittler gehen davon aus, dass dem Mann mit einem harten, schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen wurde. Eine mögliche Tatwaffe wurde noch nicht sichergestellt. (APA)

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