Bures lobt Kabinettchef ins Parlament zurück

1. Februar 2011, 21:30
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Umbau im Verkehrsministerium - Arbeiterkämmerin Kubitschek leitet Kabinett

Wien - Die Chemie stimmte schon im Sommer nicht mehr, nun ist Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) ihren Kabinettchef August Reschreiter losgeworden.

Am Dienstag teilte Bures mit, dass Maria Kubitschek, Bereichsleiterin Wirtschaft in der Arbeiterkammer und ehemals SPÖ-Wirtschaftssprecherin, künftig ihrem Kabinett vorsteht. Reschreiter, gegen den Ministeriumsmitarbeiter (nie bewiesene) Korruptions- und Postenschachervorwürfe erhoben hatten (es gilt die Unschuldsvermutung), sei bereits in den SPÖ-Klub zurückgekehrt, hieß es in Bures' Büro am Dienstag.

Reschreiter habe den Schritt ins Parlament bereits länger geplant, hieß es weiter. Grund seien die "anonym gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe" im Herbst. Wie berichtet, ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Reschreiter wegen des Verdachts der Untreue und Ausnützung seiner Amtsstellung im Zusammenhang mit der Vergabe von Beratungsaufträgen an einen befreundeten Anwalt. Bei der Gelegenheit hat Bures gleich einen Sektionschefposten eingespart. Straße und Schiene, traditionell politisch unverträgliche Verwaltungseinheiten, werden fusioniert.

Der Vorteil: Bures entgeht der Verlegenheit, über eine Verlängerung des Vertrags von Straßensektionschef Peter Franzmayr nachdenken zu müssen. Eine Versorgung ist ohnehin kein Thema, Franzmayr war von Bures' Vorvorvorgänger Mathias Reichhold (FPÖ) installiert worden. Offen ist, ob Schienen-Sektionschef Gerhard Gürtlich eine Vertragsverlängerung schafft. Er ist alternativ als Geschäftsführer der Schieneninfrastrukturgesellschaft Schig im Gespräch. Ob Kubitschek im Aufsichtsrat des ÖBB-Personenverkehrs bleibt, ist auch offen.  (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2011)

Das Verfahren ist bereits im April 2011 eingestellt worden. (red)

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