Bund holt sich Frischgeld

1. Februar 2011, 13:20
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Wien - Die Republik Österreich hat am Dienstag über die Aufstockung zweier Anleihen 1,5 Mrd. Euro frisches Kapital aufgenommen. Die Anleihe 4,15-Prozent-Emission 2007-2037 mit einer Restlaufzeit von rund 26 Jahren wurde mit einer Rendite von 4,031 Prozent verkauft, die 3,20-Prozent-Emission 2010-2017 mit Restlaufzeit von sechs Jahren erzielte eine Rendite von 2,983 Prozent, teilte die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) auf ihrer Homepage mit.

Laut ÖBFA waren die beiden Anleihen zweifach überzeichnet, die sogenannte Bid Cover-Ratio betrug 2,7 für das kurz laufende, und 2,4 für die bis 2037 laufende Anleihe. Die Auktion zeige die in den vergangenen Monaten gestiegenen Zinsen: "Die Renditen spiegeln das (höhere, Anm.) Marktniveau wider", sagte ÖBFA-Chefin Martha Oberndorfer nach der Auktion.

Der Abstand zu den als "Benchmark" geltenden deutschen Anleihen habe sich nur wenig verändert, sagte Oberndorfer zur APA. Bei der letzten Aufstockung der bis 2017 laufenden Anleihe im Mai 2010 sei man 31, diesmal 30,7 Basispunkte über den Deutschen gelegen. Freilich sind auch für die Deutschen die Zinsen gestiegen. Die Sekundärmarktrenditen zehnjähriger österreichischer Anleihen sind gegenüber vergangenem Herbst um bis zu 100 Basispunkte höher. Sie liegen momentan bei 3,63 Prozent.

Die heutige Nachfrage sei auch für das lang laufende Papier hoch gewesen, obwohl es dafür in der Regel weniger Interessenten gebe, sagte Oberndorfer. "Es gibt am Markt ein Bedürfnis nach Stabilität und Qualität."

Von der lang laufenden Anleihe wurden 715 Mio. Euro platziert, davon 650.000 "kompetitiv". Von der kürzer laufenden Anleihe wurden 935 Mio. Euro verkauft, die Republik behielt sich davon 85 Mio. Euro.

Die ÖBFA will in diesem Jahr 16 bis 19 Mrd. Euro am Markt platzieren, um das Haushaltsdefizit zu finanzieren bzw. Umschuldungen vorzunehmen. Das Gesamtfinanzierungsvolumen liegt zwischen 22 und 24 Mrd. Euro. Mit der heutigen Auktion habe man rund 20 Prozent davon erledigt, sagt die ÖBFA. (APA)

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