Bischof Michael Bünker gegen Filmstart

27. Jänner 2011, 12:13
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Der Film sei "offenkundig gewaltverherrlichend und vom Geist des Antisemitismus durchzogen" - Kritik kommt auch von der SPÖ-Nationalratsabgeordneten Petra Bayr

Wien - Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker spricht sich in einer Aussendung gegen den Start des umstrittenen Films "Das Tal der Wölfe - Palästina" aus. Der Film sei "offenkundig gewaltverherrlichend und vom Geist des Antisemitismus durchzogen", kritisiert Bünker. Der Film schüre das alte Vorurteil der jüdischen Weltverschwörung und stelle die Existenz des Staates Israel in Frage. Dass der Start ausgerechnet am Internationalen Holocaust-Gedenktag angesetzt ist, bestätige den Vorwurf des Antisemitismus. Bünker, der dafür plädiert, den Filmstart, als Ausdruck der Solidarität mit den jüdischen Gemeinden in Österreich abzusetzen: "So ein Film hat in den österreichischen Kinos nichts verloren."

SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr: "Geschichtsverdrehende Propaganda"

Kritik kommt auch von der SPÖ-Nationalratsabgeordneten. "Tal der Wölfe" arbeite mit "geschichtsverdrehender, antisemitischer Propaganda aus dem letzten Jahrhundert". "Kritik an der realen Politik eines Landes kann und muss immer erlaubt sein - antisemitische Hetze dagegen niemals", so Bayr am Donnerstag in einer Aussendung.

Die Nationalratsabgeordnete weiter: "Wenn der Hauptschurke des Films die Errichtung eines 'Großisrael' in diesem sogenannten Actionfilm plant, dann ist das eine geschichtsverdrehende Geschmacklosigkeit. Wir müssen Antisemitismus, egal in welcher Form, eine entschiedene Absage erteilen." Nach Ansicht Bayrs wäre es "ausgesprochen wünschenswert, dass die heimischen Kinos ebenso wie in Deutschland auf die Ausstrahlung verzichten und nicht mit reißerisch dargestellten Plattitüden und überwunden geglaubten Vorurteilen den leider immer noch vorhandenen Antisemitismus bedienen". (red, derStandard.at, 27. Jänner 2011)

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