Yad-Vashem-Archiv wird online verfügbar

26. Jänner 2011, 14:18
1 Posting

"Das Wissen der Jugend zugänglich machen"

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat ihr Online-Archiv massiv erweitert. Mithilfe des Internetriesen Google wurden Fotografien und Dokumente aus dem Archiv der Gedenkstätte neu digitalisiert. Dank der Nutzung experimenteller Schrifterkennungssoftware sei nun die schriftliche Information auf den Dokumenten per Volltextsuche durchsuchbar, teilte Google mit. Am Mittwoch gingen die ersten 130.000 Bilder online.

"Wir konzentrieren uns darauf, neue innovative Wege zu finden, um die enorme Datenmenge in unseren Archiven für eine globale Zielgruppe zugänglich und durchsuchbar zu machen"

Zwar waren auch bisher große Teile des Yad-Vashem-Archivs online abrufbar, doch durch das neue Projekt können Nutzer gezielt auch die Inhalte der Dokumente durchsuchen - beispielsweise Notizen auf Fotos. Außerdem können Nutzer nun selbst zu dem Archiv beitragen. Durch interaktive Elemente können sie ihre eigenen Geschichten, Kommentare und Dokumente zu Familienangehörigen, die im Archiv auftauchen, beitragen.

"Wir konzentrieren uns darauf, neue innovative Wege zu finden, um die enorme Datenmenge in unseren Archiven für eine globale Zielgruppe zugänglich und durchsuchbar zu machen", sagt Avner Shalev, Vorsitzender von Yad Vashem. Auch schwer auffindbare Dokumente sollen über die neue Internet-Präsenz nun durchsuchbar sein. Für die Digitalisierung hat Google eine optische Zeichenerkennungstechnologie eingesetzt. "Wir sehen die Digitalisierung als eine große Chance, wichtige Materialien auszutauschen und zu verbreiten, die in Archiven aufbewahrt werden", sagte Yossi Matias, Direktor von Googles Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel.

"Das ist unser Teil der Vision"

Zwar könnten diese Funktionen auch für antisemitische Kommentare missbraucht werden, räumte Shalev ein. Doch der Nutzen für die Vermittlung von Informationen über ihre Vorfahren an die folgenden Generationen überwiege das Risiko, meinte er. "Das ist unser Teil der Vision; das Wissen und die Informationen von Yad Vashem mit neuer Technologie zu verknüpfen und sie der Jugend zugänglich zu machen", sagte er.

Mit dem Projekt erweitert Yad Vashem seinen ohnehin umfangreichen Internetauftritt einen Tag vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag um einen weiteren Baustein. Erst kürzlich startete die Gedenkstätte eine Art Youtube-Kanal auf Farsi, um Iraner über den Massenmord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs aufzuklären. Das nächste große Projekt der Gedenkstätte soll die Digitalisierung von Berichten von Holocaust-Überlebenden sein. (APA)

Der WebStandard auf Facebook

  • Artikelbild
Share if you care.