Open-Air-Gelände sucht passende Gigs

23. Jänner 2011, 19:09
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50.000 Euro wurden in die Hafenareal-Adaptierung gesteckt - aber kein Konzert ist in Sicht

Linz - Oberösterreichs Landeshauptstadt hat zu bieten, was derzeit keine andere österreichische Stadt zu bieten hat: das größte Open-Air-Gelände. 100.000 Besucher passen auf das Areal des Segelflugplatzes im Linzer Hafen, und mit den Öffis ist es problemlos zu erreichen. Nur: Profit kann Linz (noch) keinen daraus schlagen, denn es wurde bisher kein zugkräftiger Gig an Land gezogen. Voriges Frühjahr präsentierte Konzertveranstalter Michael Ehrenbrandtner gemeinsam mit dem Tourismusverband das fix-fertige Konzept. 50.000 Euro wurden für die Vorarbeiten ausgegeben.

"Anlass, in Linz einen Ort für Großveranstaltungen zu schaffen, war das AC/DC-Konzert in Wels voriges Jahr", erklärt Tourismusdirektor Georg Steiner. Dort hatte es vorab Probleme mit der Veranstaltungsgenehmigung gegeben, weshalb das Management sogar schon erwägte, das Konzert abzusagen.

Grüne Wiese als Handicap

Theoretisch ist es nun in Linz jederzeit möglich, ein Mega-Spektakel im Hafen durchzuführen. Doch mögliche Superstars bleiben aus. Heuer sei kein internationaler Künstler auf Europatournee, der bis zu 100.000 Zuschauer erreichen könnte, meint Ehrenbrandtner. Zudem wolle nicht jeder von ihnen statt im Stadion auf der grünen Wiese spielen. Also gebe es heuer kein Open Air auf dem Segelflugplatz.

Damit sich der Aufwand (Aufräumarbeiten und Renaturierung des Areals) rechnet, müssten laut dem Konzertveranstalter mindestens 70.0000 Karten pro Event verkauft werden. Die aktuellen Anlaufschwierigkeiten sehen aber weder Ehrenbrandtner noch Steiner als Problem. "Wichtig ist, dass man überhaupt erst einmal ein Gelände hat. Das wissen nun die Agenturen", sagt Ehrenbrandtner, der jedes Jahr den Konzertsommer auf Burg Clam organisiert.

Auch Steiner spricht von einer "Vorleistung für die Zukunft". Damit sei er auch dem Wunsch der Hoteliers nachgekommen, Möglichkeiten zu schaffen, um in Linz "eine Reihe von Tagen mit Vollbelegungen" zu erreichen. 5800 Hotelbetten gibt es in der Landeshauptstadt, ausgebucht waren sie in der Vergangenheit nur, wenn Zugpferde der Unterhaltungsindustrie in Linz auftraten. Dies sei etwa beim Musikantenstadl oder bei Wetten, dass ...? der Fall gewesen - und im europäischen Kulturhauptstadtjahr 2009.

Laut der aktuellen Nächtigungstatistik ging die Zahl der Übernachtungen in Linz zuletzt zurück - um 6,2 Prozent von 738.555 im Jahr 2009 auf 693.011 im Jahr 2010. (Kerstin Scheller/DER STANDARD-Printausgabe, 24.1.2011)

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    Oberösterreichs Landeshauptstadt hat zu bieten, was derzeit keine andere österreichische Stadt zu bieten hat: das größte Open-Air-Gelände. Superstars blieben bisher aber aus.

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