"Format": Mannschaft soll halbiert werden

9. Mai 2003, 11:25
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Montag hielt sich die Führung des Magazins noch bedeckt, wieviele Kündigungen der Relaunch mit sich bringt - Donnerstag erfuhr die Belegschaft, dass 37 dieses Schicksal droht

"Auch bei Zeitschriften müssen die Einnahmen höher als die Ausgaben sein. Daher ist es sicher nicht auszuschließen, dass es Kündigungen geben kann." Diese Worte des Vorsitzenden ihrer Geschäftsführung entnahmen die Mitarbeiter des Noch-Nachrichtenmagazins Donnerstag der "Presse".

Bereits am Vortag berichtete DER STANDARD über den da noch vagen personellen Rahmen des Umbaus zum Wirtschaftsmagazin nach dem Vorbild von "Forbes" oder, so die neue Variante Klausnitzers, von "Fortune". Nach monatelangen Dementis oder Stillschweigen der Konzernleitung zu ensprechenden STANDARD-Informationen bestätigte sie in der Vorwoche den nochmaligen Neustart.

Für die Belegschaft jedenfalls bedeutet der schon für Juni geplante Relaunch alles andere als Fortüne: Donnerstagnachmittag wurde ihnen laut mehreren Quellen mit gleich lautenden Informationen beschieden, dass 37 von ihnen beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet werden.

Ein Blick ins Impressum von "Format" zeigt, dass das rund die Hälfte der Mannschaft trifft. Herausgeber Herbert Langsner und Klausnitzer waren Donnerstag unerreichbar. Klausnitzer gibt "Format" neu ein halbes Jahr zur Bewährung.

Die Kündigungswelle trifft Zeitschriftenjournalisten besonders hart: Nach dem "Formil"-Deal gibt es außerhalb der Verlagsgruppe News kaum mehr einen Arbeitsmarkt für aktuellen Magazinjournalismus. "Formil" heißt: Die Kurier-Gruppe brachte vor zwei Jahren ihre Magazine wie "profil" und "trend" in den nun noch marktbeherrschenderen News-Konzern ein. Ungehindert von Kartellgerichten, Sozialpartnern oder Medienpolitik. Die Kurier-Gruppe ist zugleich mit der "Krone" Eigentümerin der den Zeitungsmarkt beherrschenden Mediaprint. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 9.5.2003)

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