Schreibtafeln für den Einsatz vor Ort

8. Mai 2003, 11:59
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PCs, bei denen mit einem Stift gearbeitet werden kann, gibt es schon lange. Seitdem Microsoft im November des Vorjahres ein passendes Betriebssystem vorgestellt hat, kommen nun laufend neue Geräte auf den Markt.

Das mobile Büro hat trotz immer leichter werdender Laptops einen gravierenden Nachteil: Handschriftliche Notizen oder Zeichnungen sind in das System nicht integriert. Sie fielen bis dato nicht in das bekannte Ablage- und Bearbeitungsschema von Microsoft Office.

Anders

Mit der Vorstellung von Windows XP Tablet PC Edition wurde dies grundlegend anders. Die Geräte, die von den Herstellern - es sind dies beispielsweise Acer, Fujitsu Siemens, HP sowie Toshiba - mit diesem Betriebssystem auf den Markt kamen, heißen seither Tablet PC. Ihre Bildschirme haben Handschriftenerkennung und eine virtuelle Tastatur, die anstatt der bekannt-gewohnten verwendet werden kann. Trotzdem sind die meist im DIN-A4-Format gehaltenen, dünnen Geräte unterschiedlich, und je nachdem für welchen Einsatz sie gedacht sind, sollte die Kaufentscheidung getroffen werden.

Ein vollwertiges Notebook

TravelMate von Acer beispielsweise ist ein vollwertiges Notebook. Dank des umklappbaren, um 180 Grad schwenkbaren Displays (das sich dann über die Tastatur legt), wird das Gerät zum Tablet. Die Hersteller nennen diese Art "Convertible", und auch Toshiba geht diesen Weg.

Im Gegensatz dazu steht die Philosophie der "Abnehmbaren", das heißt, die Geräte können wie ein Notebook genutzt werden, nimmt man das Display aber von der Tastatur ab, wird das Gerät zum reinen Tablet. Die Menüführung erfolgt dann über Stift oder über eine am Bildschirm eingeblendete Tastatur.

Für welche "Philosphie" bzw. Gerätemarke man sich entscheidet, sollte idealerweise vom geplanten Einsatz bestimmt werden: Die "Convertables" erinnern eher an Laptops - und haben auch im Wesentlichen deren Nutzungskomfort - mit der Ausnahme, dass Display und Tastatur doch kleiner sind als das bisher gewohnte. Die "Abnehmbaren" versuchen damit zu punkten, dass sie im "Feldeinsatz" leichter sind. Als Nachteil kann sich aber herausstellen, dass es noch mehr Zusatzgeräte gibt, die man für den Fall der Fälle mitschleppt.

Alternative zur Zettelwirtschaft

Wird das Display als Notizblock verwendet, verfügen die Geräte über eine ausgefeilte Handschriftenerkennung mit hoher Trefferquote. Dabei wird die Handschrift in ASCII Text umgewandelt, der sich anschließend mit jedem Windows-Programm weiterbearbeiten lässt. Zusammen mit der Möglichkeit, auf dem Display wie auf einem Blatt Papier zu arbeiten - das Handschriftenerkennungsprogramm hat Textmarker und Radiergummi integriert -, wird der Tablet eine Alternative zur Zettelwirtschaft.

Gedacht sind die Tablet PCs für "all jene Betriebe, bei denen Daten in der Bewegung begutachtet werden müssen", erklärt Günter Herold, Product Manager Mobile Devices, Fujitsu Siemens Computers Österreich. Also im Bereich Schadensbegutachtung von Versicherungen, im medizinischen Bereich oder bei Logistikbetrieben. Auch Manager, die von Meeting zu Meeting eilen, sind eine Zielgruppe. Auch bei Präsentationen dürfte sich diese Rechnerkategorie durchsetzen. Vor allem die Möglichkeit, mit dem Display im Hoch- oder Querformat zu arbeiten, ist ideal, sowie die Möglichkeit, den Bildschirm über das Drehgelenk dem Publikum zuwenden zu können, ohne das ganze Notebook drehen zu müssen.

Stark nach unten gehende Preisspirale

Erfreulich für den Käufer ist die stark nach unten gehende Preisspirale. Die Geräte, die bei Markteintritt allesamt rund 3000 Euro kosteten, sind mittlerweile billiger zu haben. Besonders Acer versucht dadurch, nicht nur den Businessmarkt, sondern auch den Privatkunden anzusprechen. Die Konkurrenz dürfte nachziehen. (Johanna Ruzicka, DERSTANDARD Printausgabe, 8. Mai 2003)

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