EULEX-Mission erklärt von Serben bewohnten Nordkosovo zu Gefahrenzone

20. Jänner 2011, 16:10
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Angehörige der Justiz- und Polizeimission müssen nach Angriffen dort Handys griffbereit halten

Prishtina - Die EU-Rechtsstaatsmission im Kosovo, EULEX, hat die mehrheitlich von Serben bewohnte Nordregion des Landes zu einer Gefahrenzone für ihre Angehörigen erklärt. Die EULEX-Mitarbeiter wurden laut Medienberichten angewiesen, bei Aufenthalten in der Region immer ein Handy bei sich zu haben und auch ständigen Funkkontakt mit der Zentrale zu halten. Anlass für die Sicherheitsmaßnahmen dürften zwei jüngste Vorfälle sein, bei denen EULEX-Angehörige sowie ein Mitglied der OSZE-Mission (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) im Nordkosovo verprügelt worden waren. Die Angreifer wurden nicht gefasst.

Die im Nordkosovo aktive serbische Bürgergruppe "Neue Hoffnung von Kosovska Mitrovica" hat unterdessen bestritten, für die Angriffe verantwortlich zu sein. Der Gruppe sollen laut Medienberichten die einstigen "Brückenwächter" angehören. Es handelte sich dabei um mehrheitlich junge Serben, die nach dem Kosovo-Krieg (1998/99) an der Ibar-Brücke in der nordkosovarischen Stadt Mitrovica rund um die Uhr Wache hielten, um Albaner aus dem Südteil der Stadt daran zu hindern, in den serbischen Nordteil zu kommen. Hinter den "Brückenwächtern" wurde der damalige serbische Geheimdienst vermutet. Die "Brückenwächter" stellten vor einigen Jahren ihre Tätigkeit ein. (APA)

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