Der Fluss und der Unterschied

19. Jänner 2011, 17:37
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Österreichs Handballer ziehen Lehren und haben Pläne

Der Stångån, der dem See Möckeln entsprungen ist und in den See Roxen münden wird, hat es momentan nicht wirklich eilig. An manchen Abschnitten in Linköping friert er zu. Es zieht nach Tauwettertagen wieder an in der schwedischen Provinz Östergötlands län. Allein die Hoffnungen der österreichischen Handballer auf die WM-Hauptrunde sind und bleiben zerronnen.

Das 23:26 (16:11, kein Tippfehler!) gegen Island hat den Österreichern "den Worst Case beschert", sagt Teamkapitän Viktor Szilagyi. Heute, Donnerstag (21.30 Uhr, ORF Sport plus), geht es gegen Ungarn vor allem um die Ehre. "Wir sind Sportler, wir sind Wettkampftypen", sagt Szilagyi. "Wir werden Charakter zeigen." Siegt Japan gegen Brasilien, wird Österreich die Gruppe B an fünfter Stelle beenden, ansonsten wäre mit einem Sieg noch Rang vier möglich. So oder so folgen zwei weitere Matches gegen gleich gut platzierte Länder aus den Gruppen A sowie C oder D.

"Wir sind hier, um zu lernen", sagt ÖHB-Teamchef Magnus Andersson. "Und wir können viel lernen." Auch er selbst habe Fehler gemacht, würde nun "einiges anders entscheiden. Nachher ist man immer klüger." Laut Szilagyi bestand der große Unterschied zur Heim-EM 2010 in der Vorbereitung. "Auf die EM haben wir uns zweieinhalb Jahre konzentriert. Diesmal hatten wir zwei Wochen Zeit." Bei einigen Spielern kamen körperliche Probleme hinzu, auch Szilagyi hatte sich gegen Island leergespielt. "Vielleicht", sagt Andersson, "hätte ich ihm besser helfen, ihm mehr Pausen geben können." Szilagyi: "Gegen Norwegen und Island können wir verlieren, so realistisch muss man sein. Wirklich ärgerlich bleibt die Niederlage gegen Japan."

Österreichs Handballer haben immer noch große Pläne. Vielleicht nicht in Schweden. Aber schon bald in der Qualifikation für die EM 2012 (Serbien). Nach dem Remis in Deutschland und dem Heimsieg über Island geht es am 12. März in Schwechat gegen Lettland. Zwei der vier Teams fahren zur EM, die Teilnahme wiederum würde die Chancen auf einen Platz bei der WM 2013 (Spanien) mehren. Das Handballerleben bleibt ein langer, unruhiger Fluss. Und früher oder später wird es der Stångån in den Roxen geschafft haben, jede Wette. (Fritz Neumann aus Linköpin, DER STANDARD Printausgabe 20.01.2010)

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    Viktor Szilagyi will zum Abschluss Charakter zeigen.

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