Österreicher soll schlanker und fitter werden

18. Jänner 2011, 12:22
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Zehn Millionen Euro für die kommenden drei Jahre - 2011 wird Fokus auf Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Schwangere und stillende Mütter gelegt

Wien - Die Ernährung der Österreicher lässt zu wünschen übrig: Sie essen zu viel Fett, Salz und Zucker, dafür aber zu wenig Obst und Gemüse. Das Übergewicht nimmt immer weiter zu und damit auch ernährungsbedingte Krankheiten. Mit dem "Nationalen Aktionsplan Ernährung" (NAP.e) will Gesundheitsminister Alois Stöger die Österreicher für gesundes Essen begeistern. "Gute Ernährung ist nicht teuer", sagte Stöger im Vorfeld des Ministerrats, wo der Aktionsplan am Dienstag vorgestellt wurde.

"Erstmals gibt es in Österreich eine koordinierte Vorgangsweise zum Thema Ernährung", so der Gesundheitsminister. Bisher habe es immer nur Einzelprojekte gegeben, die nie im Zusammenhang gestanden seien. Ausgehend vom Ernährungsbericht 2008, der unter anderem zeigte, dass besonders Kinder und Jugendliche gefährdet sind, wolle man die Situation in Österreich verbessern. 19 Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen sind zu dick, sechs Prozent sogar krankhaft übergewichtig (adipös).

Keine Reparaturmedizin

"Drei Viertel aller Erkrankungen haben mit der Ernährung zu tun haben", meinte Stöger. "Ich möchte keine Reparaturmedizin machen", sagte Stöger, vielmehr sollen die Ernährungsgewohnheiten der Österreicher verändert werden. Weil man weiß, dass die Geschmacksbildung bereits im Mutterleib beginne, wolle man hier ansetzen. Neben Schwangeren und stillenden Müttern wird der Fokus des Aktionsplans, der 39 Seiten umfasst, zu Beginn auch auf Säuglinge, Kinder und Jugendliche gelegt. Bereits Mitte Dezember wurde die "Österreichische Beikostempfehlung" präsentiert.

In diesem Jahr wolle man sich des Kantinenessens annehmen. Immer mehr Österreicher essen außer Haus, holen sich ihre Mahlzeiten aus sogenannten Gemeinschaftsverpflegungen wie in Schulen, Kindergärten oder am Arbeitsplatz. Durch diese veränderte Essgewohnheit gewinnt das Angebot in diesen Kantinen mehr Bedeutung. Die Ernährungsweise der heimischen Bevölkerung könne nachhaltig verbessert werden, wenn in diesem Bereich gesunde Lebensmittel verfügbar sind.

Von der Industrie unabhängig

Man wolle Gemeinschaftsverpflegungen Hilfestellung bieten, "um zum gleichen Preis zu einem gesünderen Essen zu kommen", sagte Stöger. Dazu wurden unter Inanspruchnahme zahlreicher Experten aus dem Ernährungsbereich Guidelines entwickelt, die dabei Unterstützung bieten. "Bisher waren die Ernährungsempfehlungen immer von der Lebensmittelindustrie gesteuert, doch jetzt wurden von der Industrie unabhängige Linien herausgegeben."

Mehr als 100 Maßnahmen im NAP.e sollen das Essverhalten der Österreicher verbessern. Zehn Millionen Euro wurden für die Umsetzung in den kommen drei Jahren zur Verfügung gestellt. In Zukunft wolle man auch der Frage der Bewegung mehr Raum geben, an einer gemeinsamen Bewegungsinitiative werde laut Stöger gearbeitet. (APA)

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