Uni-Zugang neu: Straffere Eingangsphase, keine zahlenmäßige Beschränkung

18. Jänner 2011, 10:57
655 Postings

Karl und Schmied präsentierten Pläne - Gilt ab Wintersemester 2011/12

Wissenschaftsministerin Beatrix Karl und Bildungsministerin Claudia Schmied haben sich auf neue Zugangsregeln für die Unis geeinigt. Es soll eine straffere Studieneingangsphase geben, der Zugang zu den Universitäten wird jedoch vorerst nicht zahlenmäßig beschränkt. Nur jene, die die Eingangsphase positiv überstehen, dürfen weiterstudieren. Künftig darf die Prüfung in der Eingangsphase nur mehr einmal (bisher: dreimal) wiederholt werden, die Unis können autonom eine weitere Wiederholung (bisher: unbeschränkt viele Wiederholungen) erlauben, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Neu sein wird außerdem, dass man sich bereits ein Semester vor Studienbeginn für das Fach anmelden muss. Voraussetzung ist zudem, dass man sich beraten lässt. Dafür wird eine Bestätigung ausgestellt.

Beschränkungen in Medizin, Veterinärmedizin und Psychologie bleiben

Unverändert aufrecht bleiben die derzeit bestehenden Platzbeschränkungen in den Fächern Medizin, Veterinärmedizin und Psychologie bzw. die Beschränkungsmöglichkeiten in aufgrund des starken Andrangs aus dem Ausland überlaufenen Fächern wie Publizistik.

Die Neuerungen im Detail: Vor der Inskription muss es bis 31. August (Wintersemester) bzw. 31. Jänner (Sommersemester) eine mindestens zweiwöchige Voranmeldefrist geben, um den Unis eine bessere Planbarkeit zu ermöglichen. Außerdem müssen die angehenden Studenten nachweisen, dass sie eine Studienwahlberatung in Anspruch genommen haben. Die Studieneingangs- und Orientierungsphase dauert nur ein Semester. In dieser Zeit müssen mindestens zwei Prüfungen vorgesehen werden.

Die Regelung ist erneut eine Übergangslösung und mit 30. September 2014 befristet. Bis dann soll ein Modell der Studienplatzfinanzierung erarbeitet werden.

"Ehrliche Lösung"

Ziel bleibe eine "ehrliche Lösung" durch eine "transparente Regelung auf Basis festgelegter Kapazitäten", so Karl. Eine solche Studienplatzfinanzierung kann sich Schmied zwar grundsätzlich vorstellen - "und die braucht auch ein Mengengerüst". Allerdings müsse man "einen Schritt nach dem anderen setzen". Bevor es keinen Hochschulplan gebe und keine Angaben über die Kosten eines Studienplatzes, mache es wenig Sinn, über Kapazitäten zu sprechen. Erst wenn entsprechende Modelle vorlägen, könne man über Platzfinanzierungen reden - wobei auch ein Ausbau der Kapazitäten thematisiert werden müsse. (red, APA/derStandard.at, 18.1.2011)

  • Der Gesetzesentwurf im Original.

    Download
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gemeinsam präsentierten die beiden für Bildung zuständigen Ministerinnen ihren Kompromiss zum Uni-Zugang.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Uni-Zugangsregeln im Überblick.

Share if you care.