Britische Notenbank tastet Zinsen nicht an

13. Jänner 2011, 13:44
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Leitzins wie erwartet unverändert bei 0,5 Prozent

London - Trotz des steigenden Preisdrucks in Großbritannien hält die Notenbank die Zinsen auf rekordniedrigem Niveau. Die Bank of England (BoE) beließ den Leitzins wie von Experten erwartet bei 0,5 Prozent. Damit ist der Schlüsselzins weiterhin nur halb so hoch wie im Euroraum. Wie der geldpolitische Ausschuss um BoE-Gouverneur Mervyn King weiter mitteilte, wird das Ankaufprogramm für Staatsanleihen nicht ausgeweitet.

Die Notenbank ist derzeit in der Zwickmühle: Sie muss bei ihren geldpolitischen Beratungen sowohl den Preisdruck als auch die Risiken für den Wirtschaftsaufschwung im Auge haben. Die Notenbank wird nach Ansicht von Experten wegen der fragilen Konjunktur noch bis zum Sommer mit einer Zinserhöhung warten.

Doch der Kurs des Stillhaltens birgt ebenfalls Risiken: 2010 war die Jahresteuerung mit 3 Prozent bereits weit über das Inflationsziel der Notenbank von zwei Prozent hinausgeschossen. Steigende Öl- und Strompreise dürften den Preisauftrieb auch in den nächsten Monaten weiter anheizen. Angesichts des harten Sparkurses von Premierminister David Cameron ist die wirtschaftliche Erholung jedoch keineswegs gesichert. Dem Rotstift könnten in den nächsten Jahren mehr als 300.000 Jobs zum Opfer fallen. Auch die Lohnentwicklung und die Binnennachfrage werden voraussichtlich nachhaltig unter dem Spardiktat der Regierung leiden.

Ob die Notenbanker wie zuletzt über den weiteren geldpolitischen Kurs uneins waren, blieb zunächst unklar. Die Sitzungsprotokolle werden erst am 26. Jänner veröffentlicht. Zuletzt hatte es in dem Ausschuss sowohl die Forderung nach einer Zinserhöhung, als auch nach einer Ausweitung des Bondankaufprogramms gegeben. King hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise damit begonnen, Staatstitel im Wert von 200 Milliarden Pfund zu erwerben um damit die am Boden liegende Wirtschaft zu stimulieren. (APA/Reuters)

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