Wer kritisiert, wird inhaftiert

11. Jänner 2011, 16:53
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Diesen Freitag: Filmpräsentation und Aufruf zur Solidarität für den iranischen Regisseur Jafar Panahi

Am 14. 1. 2011 lädt das Admiralkino zu einem Solidaritätsabend für den iranischen Regisseur Jafar Panahi, der im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufs- und Reiseverbot verurteilt wurde. Sein "Verbrechen": Regimekritik. Gezeigt wird im Rahmen der Veranstaltung Panahis "Offside", ein Film über fußballbegeisterte Frauen und das soziale Dilemma verletzter Frauenrechte im Iran.

Reiseverbot, Festnahme, Hungerstreik

Panahi, Anhänger des iranischen Oppositionspolikers Mussavi, war im Februar 2010 als Ehrengast zur 60. Berlinale eingeladen, durfte aber nicht ausreisen. Im März wurde er festgenommen, da er vorgehabt haben soll, an einem Film über die Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Ahmadinejad zu arbeiten. Im Mai sollte der Filmemacher eigentlich in der Jury der Filmfestspiele in Cannes sitzen, stattdessen tritt Panahi nach über zwei Monaten Haft in Teheran in Hungerstreik, kurz darauf kommt er gegen Kaution frei.

Erneutes Reiseverbot, Verurteilung

Im September sollte er beim Filmfestival in Venedig seinen neuen Kurzfilm präsentieren, doch wieder wird ihm eine Ausreise untersagt. "Ich werde seit fünf Jahren von offizieller Seite daran gehindert, Filme zu machen", schrieb Panahi in einem Statement an das Festival und verglich seine Lage mit einer mentalen Gefängniszelle. Am 20. 12. 2010 wird Panahi schließlich zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt. Er müsse wegen "Propaganda gegen das System" ins Gefängnis, dürfe die nächsten 20 Jahre das Land nicht verlassen, keine Filme drehen und keine Drehbücher schreiben.

Einer von vielen

Jafar Panahi gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Regisseure im Iran. Im Jahr 2000 hatte er mit seinem Film "Der Kreis" den Goldenen Löwen von Venedig und mit "Offside" 2006 einen Silbernen Bären in Berlin gewonnen. Panahi ist nur einer von vielen inhaftierten KünstlerInnen und Intellektuellen im Iran.

 

 

OFFSIDE (OmU)
Freitag, 14. 1. 2011, 20 Uhr

Admiral Kino
Burggasse 119
1070 Wien

Online-Petition zur Freilassung von Jafar Panahi und Aufruf für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran: http://www.ipetitions.com/petition/freepanahi

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    Im Jahr 2000 hatte Panahi mit seinem Film "Der Kreis" den Goldenen Löwen von Venedig und mit "Offside" 2006 einen Silbernen Bären in Berlin gewonnen.

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