Nur jeder Vierte kann sich Neuwahlen 2011 vorstellen

7. Jänner 2011, 17:55
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Schlechte Schulnoten für die Bundesregierung

Linz - Unter den Ereignissen, die die Österreicher für das eben begonnene Jahr als wahrscheinlich einschätzen, rangieren Neuwahlen nur unter "ferner liefen". Neun Prozent halten sie für sehr wahrscheinlich, 16 Prozent für immerhin denkbar - während sie 26 Prozent für undenkbar und weitere 40 Prozent für eher unwahrscheinlich halten.

"Das muss man bei jeder Umfrage und jeder Einschätzung, wie Parteien momentan 'liegen', immer mitbedenken: Es handelt sich um rein theoretische Annahmen, die nur als Stimmungsbild und nicht als Wahlprognose für einen sehr fernen Wahltermin verstanden werden dürfen. So wie es aussieht, wird erst im Herbst 2013 eine neue Zusammensetzung des Nationalrats gewählt", sagt Market-Chef Werner Beutelmeyer.

In einer Umfrage für den STANDARD hat er erhoben, wie gut die Parteien für die Herausfoderungen 2011 vorbereitet sind.

Einer von zehn gibt SPÖ und ÖVP "Nicht genügend"

"Insgesamt nicht sehr gut", lautet Beutelmeyers Urteil. Auf einer Notenskala von eins bis fünf vergeben zehn Prozent einen Fünfer (und 22 Prozent ein Genügend) für die SPÖ. Für die ÖVP gibt es elf Prozent Nicht genügend und 23 Prozent Genügend.

Die Kategorien Sehr gut und Gut vergeben vier plus 16 Prozent der Wahlberechtigten für die SPÖ und fünf plus 13 Prozent für die ÖVP. Auch unter den deklarierten Anhängern der jeweiligen Regierungspartei ist nur ungefähr jeder Fünfte der Meinung, die eigene Partei wäre gut gerüstet.

FPÖ erhält gute Noten von Bildungsfernen

Anders bei der FPÖ: Zehn Prozent sehen sie sehr gut vorbereitet und weitere 16 Prozent vergeben ein Gut - 19 Prozent urteilen allerdings mit Nicht genügend und 17 mit Genügend. Besonders gute Noten bekommt die FPÖ nicht nur in der eigenen Wählerschaft, sondern auch in jener der ÖVP und von jungen, eher bildungsfernen Befragten.

Die Grünen bekommen noch schlechtere Noten - 17 Prozent Nicht genügend, 28 Prozent Genügend. Beim BZÖ sagt überhaupt ein Viertel der Befragten, dass es völlig unvorbereitet wäre, weitere 30 Prozent vergeben nur ein Genügend. (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 8./9.1.2011)

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