Kostelic und Pietilä-Holmner triumphieren in München

2. Jänner 2011, 18:38
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Elisabeth Görgl gewinnt das kleine Finale und wird Dritte - Walchhofer trotz frühem Aus mit Weltcup-Führung

München - Elisabeth Görgl hat am Sonntag Österreichs Ehre bei den alpinen Ski-Parallel-Rennen in München mit Rang drei gerettet. Die Steirerin entschied im Münchner Olympiapark bei der erstmals zum Weltcup zählenden Veranstaltung das "kleine Finale" vor 25.000 Zuschauern gegen Daniela Merighetti für sich. Der Sieg ging an die Schwedin Maria Pietilä-Holmner vor der Slowenin Tina Maze.

Den Herren-Bewerb entschied der Kroate Ivica Kostelic vor dem Franzosen Julien Lizeroux für sich. Die ÖSV-Herren landeten im geschlagenen Feld: Marcel Hirscher und Michael Walchhofer schieden in der ersten Runde, Benjamin Raich, Reinfried Herbst und Romed Baumann im darauffolgenden Viertelfinale aus. Die Sieger durften sich über jeweils 40.000 Franken (32.064 Euro) freuen.

"Eine absolut coole Veranstaltung, das hat richtig Spaß gemacht, ich bin begeistert", freute sich Görgl, die im Semifinale zwar gegen die spätere Siegerin verlor, das "kleine Finale" aber gegen die Italienerin Merighetti für sich entscheiden konnte. Die Italienerin stürzte dabei im ersten Lauf, den Vorsprung von 0,50 Strafsekunden brachte Görgl schließlich locker ins Ziel. Dabei verriet sie auch ihr Erfolgsgeheimnis: "So ein Parallelslalom geht mit der Zeit an die Kondition. Ich habe aber auch am Schluss noch genügend Kraft gehabt. Besonders schwierig ist es, sich immer erneut zu konzentrieren. Das fahren Frau gegen Frau ist etwas Besonderes und voll cool, da muss man sich auch richtig daraufeinstellen."

Miller als ÖSV-Sargnagel

Michaela Kirchgasser und Andrea Fischbacher schieden bereits in der ersten Runde aus, trotzdem war die Speed-Spezialistin zufrieden: "Die kurzen Ski waren zwar ungewohnt, aber es war eine volle Gaudi", sagte Fischbacher. Anna Fenninger zog im Viertelfinale gegen Görgl den Kürzeren. Pech hatten auch die drei deutschen Damen, angeführt von Maria Riesch, die in Runde eins scheiterten und Weltcup-Leaderin Lindsey Vonn, für die im Viertelfinale Schluss war. Im Finale setzte sich die Schwedin Pietilä-Holmner vor der Slowenin Maze durch.

Bei den Herren war Bode Miller, der schließlich das "kleine Finale" gegen den bayrischen Lokalmatador Felix Neureuther für sich entscheiden konnte, der Fels, an dem gleich zwei ÖSV-Fahrer zerschellten. Zuerst war es Abfahrts-Ass Walchhofer, der den ersten Lauf sogar für sich entscheiden konnte, der knapp rausflog, in der zweiten Runde erwischte es dann auch Raich.

Raich lag zwar vor dem Entscheidungslauf 0,5 Sekunden vorne, doch der US-Amerikaner setzte sich vor allem aufgrund eines starken Starts knapp durch. "Schade, denn ich wollte eindeutig mehr", gestand der Pitztaler im Ziel, "auf so einer kurzen Strecke darf ich mir so einen großen Vorsprung nicht nehmen lassen. Aber ich war selbst Schuld, denn ich habe den Start verhaut."

Gesamtführung als Geschenk

Lachen konnte hingegen Walchhofer vier Tage nach seinem Abfahrtstriumph in Bormio. Denn in Abwesenheit von Silvan Zurbriggen übernahm der 35-Jährige, der für sein Aus in Runde eins 15 Punkte gutgeschrieben bekam, vom Schweizer die Gesamtführung im Weltcup, da auch Verfolger Ted Ligety schon früh scheiterte. "Die Weltcupführung ist für mich derzeit kein Thema", gestand Walchhofer, "ich konzentriere mich sowieso nur auf die kleine Kugel." Aber der Routinier gestand, dass er Riesenspaß hatte, auch wenn die kurzen Latten gewöhnungsbedürftig gewesen seien. "Dass ich so knapp ausgeschieden bin, ist schade. Aber der Bode ist halt ein irrer Hund."

Obwohl Hirscher, Herbst und Baumann frühzeitig ausschieden, waren sie voll des Lobes für die Veranstaltung in München und waren froh, dabei gewesen zu sein. Hirscher, der 2009 den Show-Parallelslalom in Moskau gewinnen konnte, sprach von einem tollen Event, sah jedoch Unterschiede zum Rennen in Russland. "München ist schneller. In Moskau gab es Kippstangen, das kam den Slalomfahrern mehr entgegen. Hier hatten auch Fahrer anderer Disziplinen ihre Chancen", meinte Hirscher. Den Sieg sicherte sich der kroatische Allrounder Kostelic vor dem Franzosen Lizeroux und Miller.

Von München nach Zagreb

Der Parallelslalom feierte nach zwei Einladungs-Events in Moskau im Jänner und November 2009 am Sonntag in München seine offizielle Weltcup-Premiere. Die besten 16 Fahrererinnen und Fahrer durften an den Start. Für die Verlierer der ersten Runde gab es bereits 15 Weltcup-Punkte, die aber nur für die Gesamtwertung und nicht für den Disziplinen-Weltcup zählen. Gefahren wurde auf einer 200 Meter langen mit offenen Flaggentoren ausgesteckten Piste am "Olympiaberg".

Der Weltcup wird am Dienstag in Zagreb mit einem Damen-Slalom fortgesetzt, am Donnerstag sind dann die Herren an der Reihe. Am Wochenende geht es für die Speed-Damen nach Altenmarkt/Zauchensee, die Herren absolvieren dann in Adelboden (SUI) einen Slalom und einen Riesentorlauf. (APA)

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    Reges Interess am Ski-Event in der bayrischen Hauptstadt.

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