Pühringer überlegt Schulpflicht bis 18 Jahre

30. Dezember 2010, 12:43
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Bildungssprecher Walser: "Mit 15 mit dem Lernen aufhören kann es im 21. Jahrhundert nicht geben"

"Endlich ein bildungspolitischer Vorschlag aus der ÖVP, der nicht in Richtung 19. Jahrhundert weist", ist Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, erfreut über den Vorstoß des oberösterreichischen Landeshauptmanns Josef Pühringer. Dieser hat in der "Zeit im Bild" eine Ausweitung der Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr zur Diskussion gestellt. Jeder zweite Arbeitslose habe nur einen Pflichtschulabschluss, begründete Pühringer den Vorstoß.

Wenn höhere Bildungsstandards nicht mit Anreizen erzielt werden, trete Pühringer für eine Ausbildungspflicht für 15- bis 18-Jährige ein. "Mit 15 mit dem Lernen aufhören, das kann es im 21. Jahrhundert nicht geben", sagte der ÖVP-Politiker.

Der Grüne Walser begrüßt Pühringers Sichtweise: "Während sich seine ÖVP-Kollegen anscheinend nur Sorgen machen, wie man zehnjährige Kinder aussortieren kann, scheint der Landeshauptmann die Zeichen der Zeit erkannt zu haben." Eine Verlängerung der Ausbildungspflicht sei in unserer Wissensgesellschaft richtig.

Walser glaubt dennoch, dass die Probleme in Österreich im bestehenden System liegen: "Um Jugendlichen die Basisfertigkeiten zu vermitteln, sollte die jetzige neunjährige Schulpflicht ausreichend sein." Dass derzeit ein Drittel aller 15-Jährigen aber nach neun Jahren Schulpflicht nicht sinnerfassend lesen kann, zeige für Walser dass es eine grundlegende Reform des derzeitigen Schulsystems brauche.

Wie die SPÖ treten die Grünen für eine gemeinsame Schule aller 6- bis 14-Jährigen ein. (red, derStandard.at, 30.12.2010)

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