Tuberkulose-Bakterien rekrutieren Stammzellen zu ihrem Schutz

14. Dezember 2010, 21:25
4 Postings

Entdeckung könnte neue Behandlungsmöglichkeiten gegen TBC anregen

Neu Delhi - Die Stammzellen des Menschen können dem Mycobacterium tuberculosis helfen, sich im Körper zu verstecken. Diese Entdeckung von Wissenschaftlern des International Centre for Genetic Engineering and Biotechnology könnte neu Behandlungsmöglichkeiten gegen Tuberkulose anregen. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Derzeit sind weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen mit Tuberkulose infiziert. Die Bakterien ruhen im Inneren von Ansammlungen von Immunzellen, so genannten Granulomen, in den Lungen. Infizierte erkranken, wenn das Immunsystem weiter belastet wird und die Bakterien in der Folge freigesetzt werden.

Das Team um Gobardhan Das hat herausgefunden, dass bei infizierten Organen von Mäusen mit TBC durch die T-Zellen Immunzellen unterdrückt werden. Entscheidend dabei ist, dass diese Unterdrückung nicht durch bereits bekannte immunregulatorische Zellen stattfindet. Die Granulome wurden in Wirklichkeit von mesenchymalen Stammzellen geschützt. Diese Zellen bilden normalerweise Fettgewebe und Knochen.

Stammzellen-Hilfe für Keime

Das von den mesenchymalen Stammzellen abgegebene Stickoxid scheint die T-Zellen zu abzustoßen. Damit ist laut dem Wissenschaftler erstmals der Nachweis gelungen, dass Stammzellen Infektionskrankheiten Vorschub leisten. Können die mesenchymalen Stammzellen dazu gebracht werden die Granulome zu trennen, sollte die Immunreaktion laut New Scientist auch die Tuberkulosebakterien abtöten. (red/pte)

Share if you care.