15,4 Millionen Euro für 900 Jahre alte Qin

6. Dezember 2010, 12:45
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Musikinstrument hat eine bewegte Geschichte hinter sich

Peking - Wohlhabende Chinesen erwerben immer häufiger wertvolle Antiquitäten ihres Landes, deren Preise dadurch rasant steigen. Einen neuen Rekord stellte dabei eine knapp 900 Jahre alte Qin, ein Zither-ähnliches Saiteninstrument von jahrtausendelanger Tradition, auf: Wie staatliche chinesische Medien am Montag berichteten, brachte das siebensaitige Instrument bei einer Auktion den Rekordpreis von umgerechnet 15,4 Millionen Euro ein.

Das Instrument hat einen Resonanzkörper aus Holz, auf der Oberfläche befinden sich Intarsien, die aus Gold, Silber, Perlen und Hirschgeweih gefertigt sind. Hergestellt wurde die Qin im Jahr 1120 für den chinesischen Kaiser Song Huizong aus der späten Song-Dynastie, es verblieb nun für lange Zeit bei Hofe. Sechshundert Jahre und drei Dynastien später, im Jahr 1742, ließ Qing-Kaiser Qianlang sein Siegel auf das Instrument einbrennen (was seinen Wert noch einmal erhöhte). Wenig später verschwand das Instrument vorübergehend aus der kaiserlichen Sammlung. Später tauchte es im kaiserlichen Sommerpalast wieder auf, der 1860 im Zuge des Zweiten Opiumkrieges von einer britisch-französischen Militärexpedition niedergebrannt wurde - die Qin aber überlebte.

Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte sie in die Hände eines privaten Sammlers in Peking. Fan Boyan, ein Musiker aus Shanghai, erwarb die Qin 1953 und versteckte sie, wie die Zeitung "Jinghua Shibao" ausführte. Das Auktionshaus Poly International Auction, das die Qin am Sonntag versteigerte, gab den Namen des neuen Besitzers nicht bekannt. Erst vor wenigen Wochen war eine Qin aus der Ming-Dynastie versteigert worden, die einen bis dahin unerreichten Rekordpreis erzielte - das nun versteigerte Instrument übertraf diesen allerdings um mehr als das Doppelte.
(APA/red)

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