Militär soll Lotsen mit Waffen zum Arbeiten gezwungen haben

6. Dezember 2010, 08:22
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Fluglotsen sollen noch 15 Tage lang unter Militärkommando arbeiten

Unter Einsatz des Militärs hat die spanische Regierung am Wochenende einen "wilden" Streik der Fluglotsen beendet - derStandard.at berichtete. Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba kündigte am Sonntag an, die Lotsen würden noch 15 Tage lang unter Militärkommando arbeiten. Er versprach zudem, dass es über Weihnachten keine Streiks geben werde.

Mehrere Fluglotsen beklagten, sie seien mit vorgehaltener Waffe zum Arbeiten gezwungen worden. Auch sei ihnen Haft angedroht worden. Rubalcaba bestritt, dass Einsatzkräfte ihre Waffen gezogen hätten. Es war das erste Mal seit der Diktatur von General Francisco Franco, dass in dem Land der Notstand verhängt wurde. Etwa 440 Disziplinarverfahren gegen Fluglotsen wurden eingeleitet.

Der spanische Luftraum war für fast einen Tag geschlossen. Zeitungsberichten zufolge könnten sich die Schäden für die Tourismusbranche auf 350 Millionen Euro summieren und für die Fluggesellschaften auf mehr als 100 Millionen Euro. (APA)

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    Das Militär überwacht nun die Fluglotsen, die etwa wie hier am Flughafen Barajas in Madrid arbeiten.

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