Kinderfreunde wollen Sozialindex für Bildungseinrichtungen

30. November 2010, 12:47
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Kindergärten und Volksschulen in sozial schwierigen Gebieten sollen mehr Sonderförderungen bekommen

Wien - Die Kinderfreunde verlangen eine "soziale Indexierung" zur Förderung strukturell benachteiligter Bildungseinrichtungen. Demnach sollen Kindergärten und Volksschulen in sozial schwierigen Gebieten Anspruch auf eine Sonderförderung bekommen, um mehr Förderangebote realisieren zu können, hieß es in einer Aussendung am Dienstag. Mit dieser Maßnahme wollen die Kinderfreunde die "Vererbung von Bildungsnachteilen" bekämpfen.

"Wir wissen, dass rund 20 Prozent unserer Kinder nach der Grundschule Probleme haben, sinnzusammenhängend zu lesen. Diese Probleme konzentrieren sich in ganz bestimmten Wohngebieten. Und hier wollen wir mit unserem Modell ansetzen," so Geschäftsführer Gernot Rammer.

Einkommensstatistik, Migrationsanteil oder Bildungsniveau in Sozialindex

In den Sozialindex sollen etwa Daten wie Arbeitslosigkeit, Einkommensstatistik, Migrationsanteil oder Bildungsniveau einfließen. Für die schwächsten 20 Prozent der Gebiete wollen die Kinderfreunde dann einen Fonds einrichten, mit dessen Mitteln Kindergärten und Volksschulen Förderunterricht, zusätzliche Unterrichtsmaterialien, Freizeitbetreuung, Sozialarbeit etc. zukaufen können. Dotiert sein soll der Fonds mit 500 Mio. Euro. Ziel ist eine bessere soziale Durchmischung der Bildungseinrichtungen, die mit dem zusätzlichen Geld auch für die Mittelschicht interessant wären.

Darüber hinaus wollen die Kinderfreunde kleinere Gruppen in den Kindergärten, eine Angleichung der Ausbildung der Kindergartenpädagogen an jene der anderen Pädagogen sowie ein bundeseinheitliches Rahmengesetz für Elementarbildungseinrichtungen und die Sammlung der Kompetenzen im Unterrichtsministerium. (APA)

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