Pietilä-Holmner gewinnt in Aspen

28. November 2010, 21:52
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Schwedin verweist Maria Riesch und Tanja Poutiainen auf Plätze - Hosp nach guter Ausgangsposition am Ende Fünfte

Aspen - Nach zwei Siegen in Folge von Sarka Zahrobska hat die Schwedin Maria Pietilä-Holmner am Sonntag im Weltcupslalom von Aspen für einen schwedischen Überraschungssieg gesorgt. Die 24-Jährige holte sich mit zwei Laufbestzeiten überlegen vor Maria Riesch (+0,68) und Tanja Poutiainen (+0,93) ihren ersten Weltcupsieg, während für Österreichs Damen Nicole Hosp als Fünfte eine böse Niederlage verhinderte. Topfavoritin Marlies Schild fädelte im ersten Durchgang schon im ersten Tor ein.

Schlechter hätte der Slalom für die ÖSV-Damen nicht beginnen können. Denn zwei Wochen nachdem sie Maria Riesch in Levi noch den sicher geglaubten Slalomsieg entrissen hatte, scheiterte Topfavoritin Schild in Aspen schon beim ersten Tor. Bitter für das Team, das ohnehin schon Kathrin Zettel derzeit vorgeben muss.

Während neben Schild auch Michaela Kirchgasser schon in Lauf eins ausschied und Bernadette Schild und Margret Altacher die Qualifikation verpasst hatten, setzte wenigstens Hosp ihr "Comeback-Projekt" erfolgreich fort. Als sensationelle Zweite nach Lauf eins - trotz eines vermeintliches schlechten Laufes - nur 9/100 Sekunden hinter Pietilä-Holmner, fiel die Tirolerin allerdings nach einem fehlerhaften zweiten wie schon in Levi auf Platz fünf zurück. In Finnland war sie Halbzeit-Dritte gewesen.

"Es ist eine Topleistung"

Auch wenn der zweite "Schritt zurück ins neue Glück" damit nicht optimal geklappt hatte, gab sich die Tirolerin zufrieden. "Damit kann ich gut leben. Es ist eine Topleistung", meinte sie knapp ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss glücklich. "Ich habe zu viele Fehler gemacht, hatte aber auch zweimal Glück, dass ich nicht rausgeflogen bin", sagte die Bichlbacherin, die in Aspen vor zwei Jahren den Slalom gewonnen hatte.

"Aber wieder Fünfte zu sein, ist ein Traum. Für mich ist und bleibt das eine Comeback-Saison", meinte Hosp und strahlte. "Körperlich bin ich sicher besser drauf als vor der Verletzung, aber skifahrerisch fehlt mir noch etwas." Zweitbeste ÖSV-Fahrerin wurde Elisabeth Görgl, die in ihrer schwächsten Disziplin Platz 16 belegte. "Jetzt freue ich mich auf Lake Louise, dort gebe ich wieder Gas", erklärte die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin.

Riesch im Duell mit Vonn

Olympiasiegerin Riesch konnte gut damit leben, zum zweiten Mal in Folge einen Slalomsieg verpasst zu haben. Die Deutsche flog als Weltcup-Leaderin nach Kanada, wo es zum ersten ganz großen Speed-Match gegen Lindsey Vonn kommen wird. Die dreifache Gesamtsiegerin und Speed-Spezialistin aus den USA hat nach vier Technik-Rennen 149 Punkte Rückstand auf ihre Freundin.

Ein erfreuliches Comeback gelang Resi Stiegler. Der Leidensweg der US-Amerikanerin hatte vor fast drei Jahren mit dem bösen Abflug in der Heimatstadt ihres österreichischen Vaters und Olympiasiegers Pepi in Lienz begonnen. Sieben Monate später verletzte sie sich beim Fußballspielen erneut und bestritt im Winter lediglich den WM-Slalom.

Vor einem Jahr zog sie sich im Training einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch zu und konnte vier Monate lang nicht mehr gehen. Ein Wendepunkt, denn die posttraumatischen Folgen waren ernst. "Mein Kopf hat böse Streiche mit mir gespielt", erzählte die 25-jährige aus Jackson Hole. Erst beim Sommertraining in Chile sei sie sich wieder sicher geworden. Umso wichtiger war, dass sie in Aspen als 25. ins Ziel kam. "Resi, du bist die Königin der Comebacks", beschied ihr der Platzsprecher. (APA)

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