Ried will nicht absteigen

28. November 2010, 17:43
42 Postings

Die Bescheidenheit des Tabellenführers aus dem Innviertel ist fast legendär - Europa ist noch in weiter Ferne

Ried/Linz - Paul Gludovatz, der Trainer des SV Ried, zählt gewiss zu den denkenden Menschen. Mit Einschränkungen. "Denn an die Europa League denke ich nicht, die ist noch in so weiter Ferne." Dank des1:0 am Samstagabend gegen Wacker Innsbruck haben die Innviertler ihre Spitzenposition verteidigt, aus den vergangenen fünf Partien haben sie, wer hätte das gedacht, 13 Punkte geholt. Bis zur Winterpause stehen noch zwei Matches an, auswärts gegen Rapid und daheim gegen Wiener Neustadt. Da geht es um zwei inoffizielle Titel, Herbstmeister und Winterkönig. Was sich Gludovatz dazu denkt? "Mir taugt die momentane Situation, ich kann mit dem Titel Winterkönig aber wenig anfangen. Das wäre eine Halbfreude, die mich sicher nicht zufriedenstellen wird."

An der Zielformulierung ("mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben") habe sich nach wie vor nichts geändert. Herr Gludovatz stapelt weiter tief, er strapaziert die Vorsaison, da hatten die Rieder nach 17 Runden auch schon 27 Punkte, es kamen dann nur mehr elf läppische dazu. Gludovatz: "So schnell geht es im Fußball."

Ursachenforschung bei Wacker

Aufsteiger Innsbruck wurde zuletzt deutlich eingebremst, ist seit drei Runden tor- und sieglos, nur eines der jüngsten zehn Spiele konnte gewonnen werden. "Momentan merkt man, dass wir Aufsteiger sind und einige Spieler die Liga noch nicht so intus haben", betrieb Coach Walter Kogler Ursachenforschung.

Sturm hat nach dem 1:1 in Mattersburg den Rückstand auf Ried auf vier Zähler vergrößert. Die Grazer legten im Pappelstadion eine grottenschlechte erste Halbzeit hin, nach der Pause waren sie ganz passabel, der eingewechselte Samir Muratovic glich noch aus. Wiener Neustadt gewann in Kapfenberg mit 2:1.

Und was machte Meister Red Bull Salzburg in Linz? Nicht viel. Das Wenige reichte, um das ambitionierte Schlusslicht LASK 2:1 zu schlagen. Selbstverständlich hat Roman Wallner wieder ein Tor erzielt, das achte in dieser Saison. Von den Ergebnissen her hat Salzburg einen Lauf gestartet (drei Siege hintereinander), leistungsmäßig schaut es nicht ganz so toll aus. "Wir haben nicht jenen Fußball gespielt, den ich mir vorstelle. Aber in einem Auswärtsspiel zählen eben die Punkte", sagte Coach Huub Stevens.

Kollege Georg Zellhofer wird in Linz zum Minimalisten: "Es war zumindest ein anderes Bild als beim 0:5 gegen Rapid. Aber es ist zu wenig, wir haben viele Baustellen. Salzburg konnte einen Gang zuschalten, das reifere Team hat gewonnen. Es ist noch ein steiniger Weg." (red, DER STANDARD Printausgabe 29.11.2010)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Spaniens Guillem schoss das Tor für Ried.

Share if you care.