Führung bedauert Tod von Zivilisten

27. November 2010, 12:09
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Pjöngjang erhebt erneut Vorwürfe gegen Südkorea - "Menschliche Schutzschilde benutzt"

Seoul - Die Führung Nordkoreas hat erstmals ihr Bedauern über den Tod von Zivilisten bei dem Angriff auf eine südkoreanische Insel vom Dienstag ausgedrückt. Sollte es wahr sein, dass es bei dem Zwischenfall zwei zivile Opfer gegeben habe, sei dies "sehr bedauerlich", hieß es am Samstag in einer von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Mitteilung.

Schuld an ihrem Tod sei Südkorea jedoch selbst, weil es die Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" benutzt habe. "Seoul setzt die zivilen Opfer bewusst für seine Propaganda ein, um zu dramatisieren und den Eindruck zu erwecken, die Zivilisten seien schutzlos einem blinden Angriff ausgesetzt gewesen", hieß es darin.

Bei dem nordkoreanischen Artillerieangriff auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong waren neben den beiden Zivilisten auch zwei Soldaten ums Leben gekommen. 18 weitere Menschen wurden verletzt. Südkorea erwiderte den Beschuss.

Gemeinsames Manöver Südkoreas und der USA

Es wurde erwartet, dass die Spannungen in der Region noch weiter steigen, wenn am Sonntag ein südkoreanisch-amerikanisches Manöver beginnt. Nordkorea nannte die Übung am Samstag eine "unverzeihliche Provokation". Die Regierung in Pjöngjang drohte abermals mit Vergeltung, sollte nordkoreanisches Gebiet verletzt werden. Dann würde die Hochburg der Feinde in ein Flammenmeer verwandelt, hieß es auf der staatlichen Website Uriminzokkiri. China, der engste Verbündete Nordkoreas, rief beide Seite zu Zurückhaltung auf.

Nordkorea hatte erst am Freitag nochmals dem Süden mit Angriffen gedroht. Sollte Seoul wie geplant das gemeinsame Manöver mit den USA nahe der gemeinsamen Seegrenze im Gelben Meer abhalten, stünde die Region am "Rande eines Krieges", hieß es in einer Meldung der KCNA.

Zu dem Manöver wurde auch der atomgetriebene Flugzeugträger "USS George Washington" im Gelben Meer erwartet. Das Manöver sollte nur rund 110 Kilometer südlich von der Insel Yeonpyeong stattfinden. Die USA haben mehr als 28.000 Soldaten in Südkorea stationiert. (APA/AFP/dapd)

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