Da waren's nur noch zwei Stimmen Überhang

26. November 2010, 17:43
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Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte am Freitag irische Banken herab - Anglo Irish Bank hat nur noch "Junk-Status"

Dublin - Im krisengeschüttelten Irland hat die Regierungspartei Fianna Fail die Nachwahl zum Parlament im Wahlkreis Donegal erwartungsgemäß verloren. Damit schmilzt die ohnehin schon knappe Mehrheit der Regierung von Premierminister Brian Cowen auf zwei Stimmen Vorsprung zusammen, was den Beschluss eines umfassenden Sparpakets zusätzlich erschwert. Zwei unabhängige Abgeordnete der Koalition haben bereits Bedenken gegen den Sparkurs angemeldet. Zusätzlich ist Cowen parteiintern äußerst umstritten. Nach dem Budgetbeschluss wird es Neuwahlen geben. Die Opposition hat für den Fall des Sieges angekündigt, die Sparpläne überarbeiten zu wollen.

Das Sparpaket - bis 2014 hat es ein Volumen von 15 Milliarden Euro - ist aber Auflage für die Hilfe von EU und Internationalem Währungsfonds. Über die Details der Hilfe wird noch verhandelt. Voraussichtlich wird es morgen, Sonntag, festgezurrt. Von den insgesamt 85 Milliarden Euro seien 35 Mrd. Euro zur Rettung des Finanzsektors und 50 Mrd. Euro für die Sanierung des Haushalts vorgesehen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Wer wie viel beisteuert, sei noch nicht abschließend festgelegt worden. 20 Mrd. Euro könnten vom IWF kommen. Die Finanzminister der Euro-Zone werden das Paket wohl am Sonntag freigeben.

Neuerlich schlechte Nachrichten kamen von der Rating-Agentur Standard & Poor's. Sie hat irische Banken abgestuft. Die New Yorker Agentur wertete am Freitag die Anglo Irish Bank auf die Junk-Bond-Stufe B ab. Die Bank of Ireland und die Allied Irish Bank erhielten die Note BBB+ und BBB. (Reuters, go, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.11.2010)

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