Hurt Locker-Produzenten klagen Anwalt, der Filesharern half

25. November 2010, 10:31
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Graham Syfert bot vorgefertigte Anträge und wird nun selbst geklagt

Ein Anwalt, der den von Voltage Pictures geklagten Filesharern Hilfe angeboten hat, wird nun seinerseits von den Produzenten des Oscar-prämierten Films Hurt Locker verklagt. Graham Syfert hatte für die geklagten Nutzer Unterlagen erstellt, mithilfe derer sie sich selbst verteidigen können. Die Anwälte hinter Voltage Pictures verlangen nun 5.000 US-Dollar von Syfert, berichtet Torrent Freak.

Hilfe zur Selbsthilfe

Syfert bot den betroffenen Nutzern vorgefertigte Formulare samt Instruktionen um 9,99 US-Dollar (mittlerweile 19,95 Dollar) an. Der Anwalt hatte gehofft, dass möglichst viele geklagte Personen seine Dokumente einreichen, um den Prozess zu lähmen. Seiner Meinung nach sollte es nicht möglich sein, gleichzeitig so viele Personen zu klagen. Die Produzenten des Films hatten im Frühjahr mehrere Tausend User geklagt, die über ihre IP-Adresse ausfindig gemacht worden seien. Insgesamt seien bislang 19 Anträge an das Gericht übermittelt worden.

5.000 Dollar für Bearbeitung von 19 Anträgen

Nachdem er die Formulare angeboten hatte, habe sich von der US Copyright Group beauftragte Anwaltskanzlei Dunlap, Grubb and Weaver bei ihm gemeldet. Jeff Weaver habe Syfert gedroht und erklärt, dass die Forderungen für jeden verdoppelt würden, der die Formulare in Anspruch nehme. Syfert habe daraufhin erklärt, dass die beklagten Personen nicht seine Klienten seien und er ihnen lediglich Formulare verkauft habe. Einigen der Anträge, die Klage fallen zu lassen, sei stattgegeben worden.

Inzwischen habe die Kanzlei einen Antrag gegen Syfert an das Gericht gestellt. Die 19 eingereichten Formulare hätten der Kanzlei Kosten von 5.000 US-Dollar verursacht, die sie nun von dem Anwalt zurückfordern. Syfert habe seinerseits Beschwerde gegen die Kanzlei eingelegt, da ihre Forderungen "komplett wahnsinnig seien".  (red)

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    Hurt Locker-Produzenten gehen nun gegen Anwalt vor

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