Kärntner stützen Schmied

22. November 2010, 21:06
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Scheuch will Rotationsprinzip für Schuldirektoren

Wien - Nicht nur von der SPÖ und von Bildungsexperten kommt Widerstand gegen die Forderung von Erwin und Josef Pröll, alle Lehrer den Ländern zuzuschlagen. Auch Kärntens Bildungsreferent, Landeshauptmannstellvertreter Uwe Scheuch von der FPK sagt :Nein, danke! "Was Erwin Pröll hier plant, ist ein Wahnsinn und ein unvorstellbarer Eklat gegenüber der Zukunft unserer Kinder. Es gibt hier ein klares Nein von Kärnten" , sagte er im Ö1-Mittagsjournal. Scheuch fürchtet, dass Regionen, die Probleme mit der Geburtenzahl haben, in eine Verschuldungsfalle geraten könnten. Die Speckgürtelgemeinden würden womöglich mehr Geld bekommen, als sie vielleicht brauchen.

Die FPK will aber nicht nur - wie die SPÖ - einheitliche Standards, für die Scheuch europäische statt provinzieller Maßstäbe anlegen will, und eine einheitliche Bundeskompetenz. Die Kärntner Freiheitlichen wollen auch ein Dienstrecht, durch das die Lehrer leichter dorthin versetzt werden können, wo sie tatsächlich gebraucht werden, und ein Rotationsprinzip bei den Schuldirektoren: Diese sollten alle fünf Jahre abgelöst werden - und sich dann ihr Lehrerteam selber zusammenstellen dürfen.

Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer bleibt verweist darauf, dass schon seit den 60er-Jahren der Landesschulrat in Oberösterreich, als Bundesbehörde, alle Lehrer verwalte - auch die AHS- und BHS-Lehrer. Enzenhofer: "Bei uns liegt das ganze Management in einer Hand. Das ist direkt, schneller und effizienter."

Man "sieht ja bereits, wohin zu viel Bund führt" , sagt Enzenhofer: "Auf die Bestellung eines AHS-Direktors warten wir in Oberösterreich bis zu zwei Jahre. Und die letzten HTL-Neubauten haben wir aus der Landeskasse vorgestreckt, weil der Bund so lange das Geld nicht zur Verfügung gestellt hat." Während man also im Bund über Kompetenzen diskutiert, konzentriert man sich in Oberösterreich auf den zu erwartenden Lehrermangel. Man plant vonseiten des Landesschulrats den potenziellen Nachwuchs mittels der Plakatkampagne "Ich gestalte Zukunft, ich werde Lehrer" zu überzeugen.

In den nächsten zehn Jahren kommen etwa 50 Prozent der Lehrer ins pensionsberechtigte Alter. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2010)

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