Elektromagnetische Wellen senken den Blutdruck

18. November 2010, 15:36
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Alternative zur medikamentösen antihypertensiven Therapie: Kurzer Impuls unterbricht Signale von Nerven zu den Nieren

Melbourne - Ein kurzer Impuls elektromagnetischer Wellen auf die Nieren kann helfen, den Bluthochdruck bei Patienten zu kontrollieren, die nicht auf Medikamente ansprechen. Forscher des Baker IDI Heart and Diabetes Institute haben erstmals ausgewählte zur Niere führende Nerven unterbrochen, die eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des Blutdruckes spielen.

Keine Wirkung

Bei der Hälfte der Patienten ist eine optimale Kontrolle des Blutdrucks mit Medikamenten nicht zu erreichen. Für einen Teil der Betroffenen ist es schwierig, die Medikamente regelmäßig einzunehmen. Bei bis zu einem Fünftel der Patienten haben die Medikamente jedoch einfach keine Wirkung. Das Forscherteam um Murray Esler hat jetzt die Sicherheit und Effektivität dieses Behandlungsansatzes getestet.

Um zu den Nieren zu gelangen, wird ein Katheter in eine Arterie in der Leiste eingeführt und bei der Niere platziert. Anschließend wird der Katheter mit einer Maschine verbunden, die elektromagnetische Wellen abgibt. Ein kurzer Impuls der Maschine kann eine ganze Reihe von winzigen Nerven deaktivieren, die die Arterien der Nieren umgeben. Senden diese Nerven keine Signale mehr aus, sinkt der Blutdruck.

Risiko verringern

Die australischen Wissenschaftler haben gemeinsam mit 24 medizinischen Einrichtungen mehr als 100 Patienten auf der ganzen Welt getestet. Es zeigte sich, dass der Blutdruck um rund 10mmHg oder mehr sank. Die Werte erreichen damit zwar nicht den normalen Bereich, die Gesundheitsrisiken eines sehr hohen Blutdrucks können jedoch zu einem gewissen Grad verringert werden. Nebenwirkungen konnten nicht festgestellt werden.

Sechs Monate nach der Behandlung sank der systolische Blutdruck bei 41 der 49 behandelten Patienten um mindestens 10mmHg. Bei der Kontrollgruppe zeigte sich dieser Effekt nur bei 18 von 51 Teilnehmern. Pearson betonte aber auch, dass weitere Studien notwendig seien, um herauszufinden, ob ein derartiger Eingriff den Patienten zumutbar ist und das Verfahren auch langfristig sicher ist. Laut Graham MacGregor von der Blood Pressure Association leiden allein in Großbritannien 16 Mio. Erwachsene an hohem Blutdruck. (pte)

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    Blutdruckmedikamente wirken nicht immer.

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