Mobilfunknetze: 20 Prozent Energiesparpotenzial

17. November 2010, 13:54
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GSMA startet Benchmark-Dienst als Hilfestellung für Betreiber

Der Mobilfunk-Interessensverband GSM Association (GSMA)  hat ein Benchmark-Service zur Prüfung der Energieeffizienz von Mobilfunknetzen vorgestellt. Denn der Stromverbrauch könnten von vielen Betreibern deutlich gesenkt werden. "Wir erwarten, im Mittel ein Energiesparpotenzial von etwa 20 Prozent zu finden", meint Gabriel Solomon, Senior VP für Public Policy der GSMA, gegenüber pressetext. Entsprechende Optimierungen versprechen reduzierte Betriebskosten für Mobilfunker und eine geringere Belastung unserer Umwelt.

Wirtschaftliche Priorität

Der GSMA zufolge fallen industrieweit rund 80 Prozent des Energieverbrauchs in den Mobilfunknetzen selbst an. Damit ist ein wichtiger Teil der operativen Kosten verbunden, sodass Energieeffizienz wirtschaftlich bedeutend wird. Das "Mobile Energy Efficiency (MEE) Network Benchmarking Service" nutzt vier energieorientierte Leistungskennzahlen wie beispielsweise den Energieverbrauch pro Verbindung, um Betreibern aufzuzeigen, welche Einsparungspotenziale sich in ihren Netzen bieten.

Beim MME-Service legt die GSMA auch Wert darauf, dass auch ein sinnvoller Vergleich verschiedener Netzwerke möglich ist. Das war bisher vor allem international schwierig, da unterschiedliche Technologien zum Einsatz kommen und Dinge wie die Bevölkerungsdichte oder das Klima von Land zu Land teils stark variieren. Daher nutzt die Methode normalisierte Kennzahlen. Der in Zusammenarbeit mit den Mobilfunkern China Mobile, Telefónica und Telenor entwickelte Benchmark-Dienst soll auch als globaler Standard etabliert werden.

Profiteur Umwelt

Von höherer Energieeffizienz in Mobilfunknetzen profitiert freilich auch die Umwelt. "Erst vor einem Jahr haben wir das Green Manifesto der Mobilfunkindustrie vorgestellt, das Pläne für eine Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 40 Prozent bis 2020 darlegt", sagt Solomon. Das neue Benchmark-Service soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dieses Ziel auch zu erreichen. Ein weiterer Teil des Öko-Puzzles ist eine stärkere Nutzung von Ökostrom für Sendeanlagen, wie sie GSMA und Weltbank in Entwicklungsregionen gezielt fördern. (pte)

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