ÖGB kritisiert angekündigten Jobabbau bei Tiroler Hypo

17. November 2010, 13:08
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Innsbruck - Tirols ÖGB-Chef Otto Leist hat am Mittwoch den angekündigten Jobabbau bei der angeschlagenen Tiroler Hypo kritisiert. "Management-Fehler sollen jene bezahlen, die sie verursacht haben", sagte er in einer Aussendung. Die beiden Vorstände seien ohne Konsequenzen einvernehmlich gekündigt worden, ohne dass sie für die verursachten Schäden zur Verantwortung gezogen worden wären. "Diese Herren müssen zur Rechenschaft gezogen werden, statt mit fetten Boni in die Wüste geschickt zu werden", meinte Leist.

Die wirtschaftspolitisch außer Frage stehende Unfähigkeit der Managementebene widerspiegele sich in deren fehlendem Risikobewusstsein, aus diesem Grund seien Gelder verspekuliert worden. Hypo-Chef Markus Jochum riet Leist besser dafür Sorge zu tragen, spekulative Geschäfte in Zukunft zu vermeiden, und stattdessen durch innovative Ideen der Hypo ein solides Standbein zu verpassen. Als Chef einer Landesbank sollte man Stellenabbau tunlichst vermeiden, sagte Leist.

Verzicht auf dringliche Anfragen

Kein Thema waren die neuerlichen Hiobsbotschaften aus der Landesbank bei der Sitzung des Tiroler Landtages am Mittwoch. Die Abgeordneten sowohl der Regierungs- als auch der Oppositionsparteien verzichteten auf dringliche Anfragen oder Debatten. Verwiesen wurde auf laufende Fristen für derartige parlamentarische Instrumente. Auch beim Bürgerforum, der stärksten Oppositionsgruppierung, hieß es, die Landesregierung gebe so viele Themen vor, dass man mit der Behandlung nicht nachkomme. Im Mittelpunkt der Debatten stand daher nicht die Notwendigkeit von Wertberichtigungen oder Köpferollen im Vorstand, sondern das Tiroler Notarztsystem.

Wie am Dienstag bekanntwurde, muss die Landesbank auch heuer wieder Wertberichtigungen in Höhe von mehr als 72 Mio. Euro in Kauf nehmen. Die beiden Vorstandsmitglieder Werner Pfeifer und Günter Unterleitner mussten daraufhin den Hut nehmen. Laut Vorstandschef Jochum soll sich 2010 trotzdem ein kleiner Gewinn in Höhe von rund zwei Mio. Euro ausgehen, auch das Land Tirol soll nicht um seine Dividende umfallen, 1,4 Mio. seien geplant.

Allerdings wurde der Abbau von Jobs angekündigt, der aber über natürlich Fluktuation von statten gehen soll. Die Bank beschäftigt im Jahresschnitt rund 750 Mitarbeiter. Die neuen Vorstände sollen ausgeschrieben und bis Ende Mai 2011 bestellt werden. Bis dahin unterstützt Treasury-Leiter Hans-Peter Hörtnagl den Vorstandsvorsitzenden. (APA)

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