Familienstreit bei Hyundai geht in nächste Runde

15. November 2010, 12:16
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Seoul - Der Familienstreit um das ehemalige Kronjuwel des südkoreanischen Hyundai-Konglomerats geht in die nächste Runde. Zwei frühere Schwesterkonzerne der auseinandergebrochenen Dynastie legten ihre Milliardengebote für das Bauunternehmen Hyundai Engineering & Construction (E&C) vor. Zum Verkauf steht ein Anteil von 35 Prozent im Wert von mindestens 2,5 Mrd. Dollar (1,82 Mrd. Euro).

Der Autobauer Hyundai Motor und der ehemalige Dachkonzern Hyundai Group machten keine Angaben zur Höhe ihrer Gebote. Die Anteilseigner von Hyundai Engineering geben am Dienstag bekannt, wem sie den Zuschlag geben. Beide Rivalen wollen mit dem Kauf ihre Ansprüche auf das Familienerbe untermauern. Das Konglomerat stand nach dem Krieg an der Spitze des südkoreanischen Aufstiegs zu Asiens viertgrößter Volkswirtschaft, brach jedoch nach dem Tod des Firmengründers 2001 auseinander. Hyundai Engineering fiel bereits in den 1990er Jahren hoch verschuldet in die Hände von Finanzinvestoren.

Hyundai Motor wird inzwischen von Chung Mong Koo geführt, dem Sohn des damaligen Chefs des Konglomerats. An der Spitze der Hyundai Group steht Hyun Jeong Eun, die Schwiegertochter des verstorbenen Firmengründers und Witwe von Chung Mong Hun. Experten zufolge hat der weltweit fünftgrößte Autohersteller dank seiner Finanzkraft gute Chancen. Der Autokonzern würde bei einem Kauf zugleich Zugriff auf die rivalisierende Schwester erhalten: Hyundai Engineering hält 8,6 Prozent am Dach der Hyundai Group, der Hyundai Merchant. (APA/Reuters)

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