Remler "im Wesentlichen die gleichen Kompetenzen" wie Marek

13. November 2010, 15:53
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Erste Forderungen an die neue Staatssekretärin - Aktionstag des Katholischen Familienverbandes

Die neue Familienstaatssekretärin Verena Remler tritt ihr Amt mit Respekt an. "Es wäre schlimm, wenn ich den nicht hätte", sagt Remler in der Sonntag-Ausgabe des "Kurier". Als ihr politisches Credo nennt sie: "Nie aus den Augen verlieren, dass die Politik den Menschen dienen muss und nicht umgekehrt." Remler geht davon aus, dass ihr ihre juristische Ausbildung in dem neuen Amt helfen werde. Durch ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin des Gesundheits- und Sozialdienstes Lienz sei sie zudem mit den Problematiken der Familien, der Altenbetreuung und mit den finanziellen Sorgen befasst.

Ein "Wermutstropfen" ist für Remler die Trennung von ihrer Familie, weil ihr Mann und ihre achtjährige Tochter in Lienz bleiben. Sie wisse die Tochter aber beim Vater und den Großeltern in guten Händen und kann dem auch etwas Positives abgewinnen: "Es ist für mich auch wichtig, meiner Tochter eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorzuleben."

"im Wesentlichen die gleichen Kompetenzen" wie Marek

Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) geht davon aus, dass seine neue Staatssekretärin Verena Remler "im Wesentlichen die gleichen Kompetenzen" wie deren Vorgängerin Christine Marek haben werde. Über Details wolle er sich am Montag mit ihr unterhalten, kündigte Mitterlehner am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal" an. Der Minister zeigte sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit seiner neuen Staatssekretärin sehr gut funktionieren werde und lobte ihre praktische und fachliche Eignung.

Zur Kritik, dass mit Remler eine weitgehend unbekannte Person geholt werde, hielt Mitterlehner fest, dass die Qualifikation entscheidend sei. Jeder verdiene eine Chance und Remler werde diese auch wahrnehmen, zeigte sich der Minister überzeugt. Auch die Kritik Mareks, dass nach ihrem Ausscheiden nun der urbane Raum nicht mehr in der Regierung vertreten sei, wies Mitterlehner zurück. Er hält eine Differenzierung in städtischen und ländlichen Raum für nicht angebracht und sieht dahinter den Wunsch der Wiener Stadtpartei, gerne weiter dieses Amt zu betreuen.

Von der politischen Konkurrenz wird Remler bereits vor ihrer Angelobung mit Forderungen konfrontiert. BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner verlangte von ihr eine "Garantie für Familien". Remler müsse "dafür sorgen, dass die ungerechten Kürzungen bei den Familien zurückgenommen" werden, verlangte Haubner in einer Aussendung. Die BZÖ-Familiensprecherin forderte Remler auf, den Erhalt der Familienleistungen auch als Bedingung für ihren Amtsantritt zu stellen.

Abwartend hingegen Daniela Musiol von den Grünen, sie kenne die neue Staatssekretärin nicht: es werde sich zeigen, ob sie der Aufgabe gewachsen sei. Sie könne jedenfalls auf die Unterstützung der Grünen rechnen.

Der Katholische Familienverband (KFÖ) bekräftigte am Samstag seine Forderung nach Rücknahme der geplanten Budgetkürzungen für die Familien. Für KFÖ-Präsident Clemes Steindl eröffnet der personelle Neubeginn auch eine Chance auf einen Neuanfang in der Budgetpolitik. Unter dem Motto "Für Familien - Gegen Kürzungen der Familiengelder" hat der Katholische Familienverband gemeinsam mit allen Diözesanverbänden am Samstag einen österreichweiten "Familien-Aktionstag" veranstaltet. In allen Landeshauptstädten informierten Mitarbeiter über die Situation und die Forderungen im Hinblick auf die geplanten Einsparungen im Familienbereich; Unterschriftenlisten lagen zur Unterzeichnung auf. In einzelnen Landeshauptstädten wurden am Samstag auch Kundgebungen abgehalten.

 

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