Chinesische Ratingagentur senkt US-Rating erneut

12. November 2010, 15:42
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel und Ronald-Peter Stöferle

Die US-Börsen gehen mit leichten Verlusten aus der Handelswoche, nachdem Gewinnmitnahmen an der Tagesordnung standen. Der Dow Jones verliert 1,33% auf 11.283 Punkte, der S&P500 verliert 0,62% und handelt nun bei 1.214 und der Leitindex der Technologiebörse Nasdaq tendiert 0,85% schwächer. Der Ölpreis steigt auf den höchsten Stand seit knapp 2 Jahren, nachdem die Lagerbestände deutlich geringer als erwartet ausfielen. Gold markierte ein neues Allzeithoch bei USD 1.424 je Unze.

Die Arbeitsmarktsituation hat sich geringfügig verbessert. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich um 151.000, der Konsens hatte lediglich mit 60.000 neuen Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 9,6%. Das Handelsbilanzdefizit fiel um 5,3% auf USD 44 Mrd. Im Handel mit China wurde das Minus auf USD 27,8 Mrd. ausgeweitet. Die Verbraucherkredite stiegen um 1,1%, dies bedeutet den stärksten Zuwachs seit 8 Monaten.

Der Anleihenversicherer Ambac hat nun endgültig Gläubigerschutz nach Chapter 11 eingereicht. Die Aktien knickten knapp 40% ein. Zuvor habe man mit den Gläubigern über einen Verlustvortrag in Höhe von USD 7 Mrd. verhandelt, jedoch im letzten Moment eine Abfuhr erhalten. AIG meldete einen Nettoverlust in Höhe von USD 2,4 Mrd., nachdem man zuvor noch USD 455 Mio. verdient hatte. Ausschlaggebend waren hohe Einmalbelastungen aufgrund der Restrukturierung. Das bereinigte Ergebnis lag im Rahmen der Erwartungen.

Chevron akquiriert Schiefergasprojekte

Im Energiesektor meldete Chevron die Übernahme von Atlas Energy für insgesamt USD 4,3 Mrd. Chevron zahlt dafür einen Aufschlag von 37%. Atlas ist auf die Förderung von Shale Gas spezialisiert und hat Anteile an den großen Schiefergasformationen Marcellus sowie Utica. General Motors meldete einen Nettogewinn in Höhe von USD 2 Mrd. bei knapp 34 Mrd. Umsatz. Auch im 4. Quartal rechnet man mit einem positiven Konzernergebnis. Boeing tendierte schwächer. Bei Testflügen des langersehnten 787 Dreamliners hatte sich in der Kabine Rauch entwickelt, die Maschine musste notlanden. Nun wird der Zeitpunkt der Erstauslieferung im Q1 2011 in Frage gestellt. Walt Disney hat die Erwartungen deutlich verfehlt. Der Nettogewinn fiel auf USD 835 Mio., nach 895 Mio. im Vorjahr. Einzelhändler Kohl's meldete einen Umsatz in Höhe von USD 4,22 Mrd. Die vergleichbaren Umsätze erhöhten sich um 1,8% und der Gewinn kletterte geringfügig auf USD 194 Mio. Zudem gab man bekannt, im nächsten Jahr 40 neue Filalen (zuvor waren lediglich 30 geplant) eröffnen zu wollen.

Level 3 Communications haussiert 26% und führt somit die Gewinnerliste an der Nasdaq an. Der Hersteller von Kommunikationsnetzwerken hat einen dreijährigen Vertrag zur Lieferung von Streaming-Lösungen mit Netflix abgeschlossen. Zuvor hatte Netflix mit Akamai zussamengearbeitet. Cisco Systems konnte die Ergebniserwartungen deutlich übertreffen, der Umsatz lag exakt im Rahmen der Analysteprognosen. Der Ausblick enttäuschte jedoch, die Aktie knickt 15% ein. Auch die Auftragseingänge im Oktober fielen ernüchternd aus. Research in Motion tendierte fester, nachdem man meldete, dass der neue Tablet PC „Playbook" günstiger als USD 500 Dollar sein werde. AOL prüft gerüchteweise einen Zusammenschluss mit Yahoo. Laut Wall Street Journal habe man Berater engagiert, die eine solche Fusion prüfen sollen.

Während beim aktuellen G20-Gipfeltreffen in Seoul die wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt sich gegenseitig mit verschiedensten Vorwürfen konfrontieren, wird dem aufmerksamen Beobachter eines klar: Die USA befindet sich in der Rolle einer allmählich absteigenden Wirtschaftsmacht, die ihre Dominanz nicht so reibungslos abzugeben bereit ist. Der Druck wächst und etwa im Jahr 2017 wird die USA von China ökonomisch überrundet sein. In einigen Teilbereichen, wie im Automobilabsatz oder im Energieverbrauch, hat die chinesische Volkswirtschaft die US-Wirtschaft bereits überflügelt. In vielen weiteren Bereichen ist die kommende Vorherrschaft der asiatischen Wirtschaftsmächte unaufhaltsam. 

Chinesische Ratingagentur senkt US-Rating erneut

Wie bereits im letzten „Weekly" erwähnt, ist es für Anleger wichtig, die längerfristigen Zusammenhänge zu kennen und gleichzeitig auf kurzfristige Warnsignale zu achten. Eines davon war die erneute Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen am 9.11., also unmittelbar im Vorfeld des G20-Treffens. Mittlerweile bewertet die chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit (www.dagongcredit.com) die USA nur mehr mit A+, Ausblick negativ. Ein wichtiges Zeichen, dass China und die USA ihre Differenzen wohl nur langsam beilegen werden. Der Aktienmarkt hat darauf  bisher nur wenig reagiert und ist aktuell als weitaus stabiler einzustufen als der US-Rentenmarkt, der vor allem durch FED-Maßnahmen gestützt wird. Die kleine Abschwächung bei Aktien während dieser Woche war vermutlich nur Folge von normalen Gewinnmitnahmen. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Das Sentiment hat sich nun aber deutlich aufgehellt. Lt. AAII sind nach der Fed-Sitzung 57,6% der Marktteilnehmer positiv eingestellt. Dies bedeutet den höchsten Stand seit 2007 und sollte somit klar zur Vorsicht mahnen. Auch die Crowd Sentiment Poll von Ned Davis Research mahnt zur Vorsicht, er liegt nun bedenklich nahe am Spitzenniveau von 70 Punkten.

In der nächsten Woche ist Verfallswoche, zudem präsentieren ua. Dell, Lowe's, Home Depot, Wal Mart, und Target ihr Zahlenwerk. Zudem sollten die Einzelhandelsumsätze, der Empire Manufacturing Index, die Frühindikatoren und die Arbeitslosenanträge für Impulse sorgen. Wie bereits im letzten „Weekly" erwähnt, ist es für Anleger wichtig, die längerfristigen Zusammenhänge zu kennen und gleichzeitig auf kurzfristige Warnsignale zu achten. Eines davon war die erneute Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen am 9.11., also unmittelbar im Vorfeld des G20-Treffens. Mittlerweile bewertet die chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit (www.dagongcredit.com) die USA nur mehr mit A+, Ausblick negativ.

Ein wichtiges Zeichen, dass China und die USA ihre Differenzen wohl nur langsam beilegen werden. Der Aktienmarkt hat darauf bisher nur wenig reagiert und ist aktuell als weitaus stabiler einzustufen als der US-Rentenmarkt, der vor allem durch FED-Maßnahmen gestützt wird. Die kleine Abschwächung bei Aktien während dieser Woche war vermutlich nur Folge von normalen Gewinnmitnahmen. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Das Sentiment hat sich nun aber deutlich aufgehellt. Lt. AAII sind nach der Fed-Sitzung 57,6% der Marktteilnehmer positiv eingestellt. Dies bedeutet den höchsten Stand seit 2007 und sollte somit klar zur Vorsicht mahnen. Auch die Crowd Sentiment Poll von Ned Davis Research mahnt zur Vorsicht, er liegt nun bedenklich nahe am Spitzenniveau von 70 Punkten.

In der nächsten Woche ist Verfallswoche, zudem präsentieren ua. Dell, Lowe's, Home Depot, Wal Mart, und Target ihr Zahlenwerk. Zudem sollten die Einzelhandelsumsätze, der Empire Manufacturing Index, die Frühindikatoren und die Arbeitslosenanträge für Impulse sorgen.

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