Swarovski: Abverkauf im Kristallbereich

11. November 2010, 17:40
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Das Tiroler Unternehmen will mehrere Firmenbeteiligungen veräußern, um seine Liquidität zu verbessern - auch ein Personalabbau steht im Fokus

Innsbruck - Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Format" will sich der Tiroler Kristallkonzern Swarovski mit Sitz in Wattens von mehreren Firmenbeteiligungen trennen. Ziel sei es, die Liquidität des Unternehmens zu verbessern. Der bevorstehende Abverkauf im Kristallreich soll nur eine von mehreren Maßnahmen sein, die die Swarovskis umsetzen, um das Unternehmen schnell aus der Krise zu führen. Im Fokus stehe weiterhin der Personalabbau, berichtete das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Clan-Mitglieder.

Swarovski-Sprecher Matthias Neeff wird in dem Bericht mit den Worten zitiert, dass es "derzeit keinerlei Diskussion und auch keinen Anlass zur Desinvestition von Beteiligungen" gebe.

Allein die D. Swarovski KG zähle laut Firmenbuch knapp 50 Beteiligungsgesellschaften, darunter die Aircraft Innsbruck Luftfahrt-Gesellschaft, die wiederum die Anteile an der Bedarfsfluggesellschaft Tyrolean Jet Services halte. Dass es da und dort Probleme gebe, würden auch Jahresabschlüsse verraten. Die Glaser Gesellschaft m.b.H. etwa benötige eine Patronatserklärung von D. Swarovski, um nicht als überschuldet im Sinne des Insolvenzrechts zu gelten.

Kerngeschäft nicht betroffen

Über verschiedene Gesellschaften seien die Swarovskis auch am weltältesten Zielfernrohrhersteller Kahles, am US-Kristalllusterproduzenten Schonbek sowie an Hotels wie dem Schwazer stay.inn beteiligt. Derzeit prüfe man in der Hoffnung, die Liquidität des Unternehmens zu verbessern, den Verkauf einzelner Beteiligungen. Davon betroffen sei allerdings nicht das Kerngeschäft, also die Kristallproduktion, wird eine informierte Quelle aus dem Clan zitiert.

Zu Restrukturierungen soll es auch in den beiden Privatstiftungen von Clanchef Gernot Langes-Swarovski kommen. Er habe die frühere ÖVP-Politikerin Anna Hosp mit der Bewertung seines Beteiligungsportfolios und der Prüfung möglicher Verkäufe beauftragt.

Der bevorstehende Abverkauf im Kristallreich sei laut "Format" nur eine von mehreren Maßnahmen, um die Firma aus der Krise zu manövrieren. Die Gruppe, bestehend aus den Töchtern Crystal Business, Tyrolit (Schleifmittel) und Swarovski Optik, beschäftigt global 25.000 Mitarbeiter. Nach Einschätzungen von Insidern sei davon auszugehen, dass weltweit 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen, was 3.750 weniger Jobs bedeuten würde. Das 1895 gegründete Familienunternehmen ist heute in mehr als 120 Ländern aktiv und erzielte 2009 mit 24.800 Beschäftigten (2008: 26.000) einen Umsatz von 2,25 Mrd. Euro (2008: 2,52 Mrd.). (APA)

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