Der Innenverteidiger als Goalgetter

10. November 2010, 23:05
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Austria kämpft sich durch: die Entscheidung gegen Wacker Innsbruck fiel durch Manuel Ortlechner in der 103. Minute

Wien - Auf wirklich gar nichts mehr ist Verlass, ja nicht einmal mehr der Cup hat noch seine eigenen Gesetze. So kam es nicht weiter überraschend, dass sich Austria Wien im Achtel­finale des ÖFB-Cups wie in allen Heimspielen der laufenden Bundesliga-Saison, das Match gegen den auseinander­fallenden LASK ausgenommen, schwer tat. Vor allem das aggressive Forechecking der Innsbrucker machte den Haus­herren aus Favoriten zu schaffen, die dennoch in der 18. Minute mit 1:0 in Führung gingen: Michael Liendl schickt Florian Klein, der passt in die Mitte zu Marko Stankovic, der wiederum schlenzt den Ball mit aller Ruhe ins lange Eck. "Tiqui-Daxi" wird diese Art des eleganten Fußballs scherzhaft von manchen Austria-Fans genannt, in Anlehnung an das von den Spaniern praktizierte und von Trainer Karl Daxbacher gepredigte Kurzpassspiel.

Vergebene Großchancen...

Die Freude der in Österreich traditionell mageren Cup-Kulisse, nur 3000 Zuseher sahen das Spiel vor Ort, währte nur kurz: Marcel Schreter nützte drei Minuten nach der violetten Führung eine Unachtsamkeit der Verteidigung und einen zögerlichen Austria-Torhüter Szabolcs Safar, um den sofortigen Ausgleich für die Tiroler zu erzielen. Weil die Austria, Stürmer Roland Linz hatte bereits in der 14. Minute Aluminium getroffen, weitere Großchancen durch Dario Tadic (79.) und Linz (79., 80.) ausließ, kam es trotz Überlegenheit zur Verlängerung.

...rächten sich nicht

In der 103. Minute traf man Austria-Innenverteidiger Manuel Ortlechner plötzlich und ungewohnt an der Position eines gelernten Mittelstürmers an, Julian Baumgartlinger fand ihn dennoch. Den idealen Lochpass verwertete Ortlechner mühelos zum 2:1-Führungstreffer, der schließlich den verdienten Aufstieg ins Viertelfinale fixieren sollte. Nicht mit von der Partie wird am 19. oder 20. April 2011 Marin Leovac sein. Der linke Außenverteidiger der Veilchen sah in der Verlängerung wegen eines unbedachten Ball Wegtretens ebenso die Gelb-Rote Karte wie der Innsbrucker Marcel Schreter wegen Foulspiels. (derStandard.at; 10. November 2010)

FK Austria Wien - FC Wacker Innsbruck 2:1 nach Verlängerung (1:1,1:1). Wien, Horr-Stadion, 3.000, SR Prammer

Torfolge: 1:0 ( 18.) Stankovic 1:1 ( 21.) Schreter 2:1 (103.) Ortlechner

Austria: Safar - Klein, Dragovic (46. M. Wallner), Ortlechner, Leovac - Liendl (78. Tadic), Hlinka, Baumgartlinger, Junzovic - Stankovic (106. Vorisek), Linz

Wacker: Planer - Harding, Bea, Pichler, Hauser - Löffler (60. Koch), Abraham, Prokopic, Öbster (87. Svejnoha) - Schreter - Perstaller (81. Burgic)

Gelb-Rote Karten: Leovac (109., Foul, Unsportlichkeit) bzw. Schreter (119., Foul)

Gelbe Karten: Hlinka, Klein, Safar bzw. Harding, Öbster, Abraham, Hauser

Das ÖFB-Cup-Viertelfinale wird am 21. November ausgelost, Spieltermin sind der 19. und 20. April 2011.

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Die Innsbrucker zeigen Woche für Woche, dass sie eine tolle Mannschaft sind. Daher war es ein schwieriges Spiel. Aufgrund der großen Chancen sind wir aber am Ende der verdiente Sieger gewesen. Wir haben sehr, sehr gut begonnen, haben aber durch Eigenfehler und Konzentrationsfehler Innsbruck zurück ins Spiel gebracht. Dann hatten wir Angst vorm Verlieren. Dennoch waren Chancen da. Leovac wird einiges in die Mannschaftskasse einzahlen müssen."

Walter Kogler (Wacker-Trainer): "Die Austria Wien hat sehr gut gespielt, sie hatte mehr Torchancen als wir. Dennoch ist es schade, denn ich hatte das Gefühl, dass sich die Austria mit der Zeit tot läuft und uns der Lucky Punch gelingen könnte. Dem war aber nicht so, denn mit einer schönen Aktion hat die Austria die Partie entschieden. Wir waren nach vorne etwas zu zaghaft unterwegs."

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