Oleg Deripaska dockt wieder bei Strabag an

5. November 2010, 17:59
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Laut einer Unternehmenssprecherin werden derzeit die Dokumente finalisiert, die Rückkehr als Großaktionär gilt als beschlossene Sache

Wien - Der Wiedereinstieg des russischen Oligarchen Oleg Deripaska in den österreichischen Baukonzern Strabag befindet sich in der Zielgeraden. Derzeit hält der Russe lediglich eine Namensaktie. Die Frist für die Ausübung seiner Kaufoption von 25 Prozent lief am Freitag aus.

"Derzeit werden die Dokumente finalisiert", bestätigte Unternehmenssprecherin Diana Klein. Die Rückkehr als Großaktionär gilt laut Baukonzern-Chef Hans Peter Haselsteiner als beschlossene Sache. Die Details zum Rückkauf des rund 550 Millionen Euro schweren Aktienpakets gibt die Strabag erst nach dem Wochenende bekannt.

Die Kaufoption zieht Deripaska über die Rasperia Trading Ltd., ein Unternehmen des russischen Mischkonzerns Basic Element. Die Frist dafür wurde schon mehrfach erstreckt, zuletzt Mitte Oktober. Dass er die Rechnung für die Beteiligung in bar begleichen wird, gilt als unwahrscheinlich. Als Variante im Raum steht etwa eine teilweise Beteiligung gegen Cash und eine Gegenbeteiligung der Strabag an Deripaskas Baufirmen in Russland.

Opfer der Krise

Derzeit ist der Viertelanteil des russischen Investors an die anderen beiden Kernaktionäre - nämlich Haselsteiner und die Raiffeisen/Uniqa-Gruppe - verpfändet, da er während der Finanz- und Wirtschaftskrise in finanzielle Turbulenzen geraten war. Deripaska hatte für die Strabag-Beteiligung einen Kredit bei der Deutschen Bank mit Strabag-Aktien besichert. Diese Aktien verloren aber während der Krise massiv an Wert, und die Bank forderte im Oktober vor zwei Jahren einen Kapitalzuschuss. Das Geld konnte Deripaska nicht nachschießen.

Daraufhin übernahm ein Finanzkonsortium um die damalige Raiffeisen Zentralbank den Kredit von der Deutschen Bank. Die Haselsteiner-Gruppe hält derzeit 33,7 Prozent der Anteile an dem Baukonzern, die Raiffeisen/Uniqa-Gruppe 43,3 Prozent. 23 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Deripaska hatte sich im April 2007 über die Rasperia Trading beteiligt - er erwarb 25 Prozent plus eine Aktie. Der Rückkauf der 28,5 Millionen Aktien, die dem Viertelanteil entsprechen, würde ihn nun bei Barzahlung rund 548,6 Millionen Euro kosten. An der Börse notieren die Papiere derzeit bei knapp 19 Euro. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6./7.11.2010)

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