Anti-USA-Demonstration zum Jahrestag der Botschaftsbesetzung

4. November 2010, 14:17
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Tausende meist junge Iraner skandierten Sprüche wie "Tod für Amerika"

Teheran - In der iranischen Hauptstadt Teheran haben tausende Menschen am Donnerstag US-feindliche Parolen skandiert. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, stand auf zahlreichen Plakaten der Demonstranten der Spruch "Tod für Amerika". Die meist jungen Iraner hatten sich vor der früheren US-Botschaft in Teheran versammelt, in der iranische Studenten ab 4. November 1979 die Mitarbeiter 444 Tage lang als Geiseln genommen hatten. Wenige Monate zuvor hatte Ayatollah Khomeini im Zuge der islamischen Revolution den mit Washington verbündeten Schah gestürzt.

Anlässlich des Jahrestags der Geiselnahme verteidigte das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Khamenei, die Tat erneut. Sie sei "Symbol des Mutes der revolutionären Jugend gegen jede Macht der USA" gewesen. Er bezeichnete die frühere Botschaft als "Nest von Spionen". Deren Besetzung habe die USA damals "in die Knie gezwungen".

Washington und Teheran unterhalten seit der Geiselnahme keine ständigen diplomatischen Beziehungen mehr. Die Schweizer Botschaft vertritt die Interessen der USA in Teheran. Das Verhältnis beider Länder wird zudem durch das umstrittene Atomprogramm des Iran belastet.

Während der Geiselnahme scheiterte ein US-Befreiungsversuch. Die Geiselnahme hat auch dazu beigetragen, dass US-Präsident Jimmy Carter 1980 nicht wiedergewählt wurde; Ronald Reagan kam an die Macht. Der heutige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad soll bei der Geiselnahme der 52 Amerikaner laut Angaben von mehreren US-Bürgern, die damals in der von radikalen Studenten gestürmten Botschaft festgehalten wurden, eine führende Rolle gespielt haben. Andere Ex-Geiseln widersprechen diesen Angaben, und auch die iranische Regierung dementiert. Andere spätere iranische Spitzenpolitiker waren aber erwiesenermaßen beteiligt. (APA/AFP)

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    Freizeitbeschäftigung: Schüler halten feixend Plakate in die Luft.

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