Langes Schnaufen: Strache sieht Manipulation des ORF-Bandes erwiesen

4. November 2010, 12:17
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Fraunhofer-Institut sehe Keuchlaut in die Länge gezogen, darunter "Stimmanteile" - FP hört zwei Wörter darunter - ORF: Untersuchte Onlinepassage natürlich Tonspuren gemischt, sonst bei vier gleich lauten Spuren unverständlich - Mit Audio-Schnaufzeichnung zum Nachhören

FP-Chef Heinz-Christian Strache spielte Journalisten Donnerstag "Stimmanteile" aus der komprimierten ORF-Passage vom "Schauplatz" Skins bei einer FP-Wahlveranstaltung vor. Die habe das Fraunhofer unter einem - laut FP-Befund aus dem Gutachten nachträglich gedehnten - "Schnaufen" entdeckt. Die FP hört daraus zwei Wörter heraus, die sie als "Sieg Heil" interpretiert, die Strache vor Ort von den Doku-Protagonisten gehört haben will.

FP-Generalsekretär Harald Vilimsky räumte allerdings ein, es könne genauso gut "Ski Heil" sein.

ORF verweist auf vier Tonspuren

Untersucht wurde - wie berichtet - die vom ORF online gestellte Passage. Der ORF wendet ein: Das Rohmaterial lag längst bei der Staatsanwaltschaft, als die Onlinevariante erstellt wurde. Das Rohmaterial hat vier Tonspuren (Ansteck-, Hand- bzw Kameramikros) - spielt man alle vier gleich laut, verstehe man nichts. Also habe man für die untersuchte Onlinepassage jeweils jene Tonspur lauter gedreht, auf der Worte zu hören waren.

Im ORF weist man die FPÖ-Vorwürfe vehement zurück. "Das ist als würde man Birnen mit Felsblöcken vergleichen", sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl zur APA. "Hätte das Fraunhofer-Institut die Originalbänder analysiert, wäre man dort zum gleichen Schluss gekommen wie der Gerichtsgutachter", so Strobl. Ein von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt beauftragter Gutachter hatte zuvor keinerlei Manipulationen an den Bändern festgestellt.

Was es alles sein könnte, können Sie auch selbst nachhören: Anbei ein Mitschnitt von Schnaufen und herausgearbeiteten "Stimmanteilen", die die FP so vielfach wiederholt vorspielte. (fid/APA)

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