Türkei verdächtigt PKK

1. November 2010, 14:08
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PKK weist Beschuldigung zurück

Istanbul - Die Türkei verdächtigt die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Drahtzieher den Anschlag in Istanbul mit 32 Verletzten begangen zu haben. Bisher hat sich niemand zu dem Selbstmordanschlag auf dem Taksim-Platz im Zentrum der türkischen Metropole Sonntag früh bekannt.

Die Untersuchungen deuteten darauf hin, dass zu 90 Prozent die PKK hinter dem Anschlag stehe, sagte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ermittler gingen davon aus, dass die radikal-islamische Al-Kaida und andere Extremistengruppen ausgeschlossen werden könnten, hieß es.

PKK weist Beschuldigung zurück

Die kurdische Rebellengruppe PKK hat nach einem Medienbericht Vermutungen zurückgewiesen, sie sei für das Selbstmordattentat in Istanbul vom Wochenende verantwortlich. "Wir sind in keiner Weise in den Anschlag verwickelt", teilte die PKK-Führung am Montag in einer Erklärung mit, wie die der Kurdenorganisation nahestehende Agentur Firat berichtete. In der Stellungnahme verwies die PKK-Führung demnach darauf, dass sie ihren seit August geltenden Waffenstillstand nun bis zu den Parlamentswahlen im Juni kommenden Jahres verlängert habe.

"Es ist für uns nicht möglich, eine solche Tat zu begehen, wenn wir zur selben Zeit den Waffenstillstandsprozess ausweiten", hieß es laut Firat in der PKK-Erklärung. Bei einem Selbstmordanschlag waren am Samstag in Istanbul 32 Menschen verletzt worden. Der Attentäter selbst starb. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

Erdogan wirft den Europäern Terror-Unterstützung vor

Einen Tag nach dem Selbstmordanschlag von Istanbul hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den Europäern vorgeworfen, den gegen die Türkei gerichteten Terror zu unterstützen. "Wir werden nicht vergessen, dass wir alleingelassen wurden", sagte Erdogan am Montag in einer Rede in Istanbul. Er verwies darauf, dass Gliederungen der verbotenen kurdischen Rebellengruppe Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in europäischen Ländern unter dem Deckmantel von Stiftungen oder Medien aktiv seien.

Trotz aller Warnungen und Forderungen der Türkei unterstützten einige europäische Länder den Terror "direkt oder indirekt", sagte Erdogan. Namen dieser Länder nannte er nicht, aber er könnte unter anderem Deutschland und Dänemark gemeint haben. Einige PKK-nahe Medien haben ihren Sitz in Deutschland, während der als Sprachrohr der PKK betrachtete Satellitensender Roj-TV von Dänemark aus sendet.

Die PKK wird sowohl von der Türkei als auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Bei seinem jüngsten Gespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin Anfang Oktober hatte Erdogan seiner Amtskollegin nach Medienberichten ein Bündel Dokumente über die Aktivitäten der PKK in Deutschland übergeben. (APA)

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