Kälte macht mehr Söhne

27. Oktober 2010, 19:21
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Das Geschlecht ist bei einer bestimmten Glattechsenart auch von der Wärme abhängig

London - Bei den meisten Lebewesen bestimmen die Gene, ob der Nachwuchs weiblich oder männlich wird. Es gibt aber auch Wirbeltiere, bei denen die Temperatur während des Embryonalstadiums Auswirkungen auf das Geschlecht des Jungtiers hat - darunter zahlreiche Reptilienarten.

Einen Sonderfall bei der Geschlechtsbestimmung hat ein internationales Forscherteam nun bei einer Eidechsenart entdeckt, die ausschließlich auf der südaustralischen Insel Tasmanien heimisch ist. Der Schneeskink (Niveoscincus ocellatus) lebt dort sowohl in Küstenregionen wie auch im Gebirge bis zu 1200 Metern Seehöhe. Und je nach Lebensraum entscheiden entweder die Gene oder die Temperatur, ob die lebend geborenen Jung-Skinke eher Söhne oder Töchter werden, wie die Biologen im Wissenschaftsblatt "Nature" (28. 10., online) schreiben.

Bei den Tieren, die eher weiter oben und in kühleren Regionen leben, regeln die Gene das Geschlecht. Bei den Schneeskinken in Meeresnähe hingegen ist es die Temperatur: Kühlere Jahre machen mehr Söhne, die zudem später geboren werden. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2010)

  • Der Schneeskink tanzt aus der Reihe
    foto: geoffrey while

    Der Schneeskink tanzt aus der Reihe

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