Typisch ORF

26. Oktober 2010, 18:27
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Das Spiel der Protagonisten im ORF ist immerhin anspruchsvoller als ihr Programm

Der rote Chef des ORF montiert gerade den schwarzen Informationschef des ORF ab oder, je nach Lesart: Der Info-Chef wollte den Chef aushebeln und wird dafür wahrscheinlich selbst ausgehebelt. Der mit Fernseh- und Radiofachleuten sonder Zahl gesegnete, politisch besetzte Stiftungsrat könnte dafür schon Sorge tragen.

Wie auch immer: Das Fraktionieren in der öffentlich rechtlichen Anstalt, deren Chefs 2011 frisch gewählt werden, hat (so es je aufgehört hat) wieder begonnen. Die jüngsten Postenbesetzungen waren nur das rotschwarzkleinkarierte Vorspiel.

Aber eines muss man den Protagonisten da droben auf dem Küniglberg schon lassen: Ihr Spiel ist zwar nicht anspruchsvoll, aber immer noch anspruchsvoller als, zum Beispiel, ihr Fernsehprogramm.

ORF-Hauptabend, voriger Samstag: "Powerplay", eine "Spieleshow, wie man sie noch nie gesehen hat" (ORF) und vielleicht auch nie sehen wollte. Zeitgleich dazu: "Klingendes Österreich", gleich danach getoppt vom "Narrischen Feistritz". Wahrscheinlich der Beitrag zum ORF-Bildungsauftrag.

Des Anlasses würdig auch Niveau und Auswahl am Nationalfeiertag: "Wir sind Kaiser" hie, "Mei liabste Weis" da. Österreich, wie es leibt, lebt und lacht, im Jahr 2010.

Welch Glück, dass es davor auch schon was zu sehen gab: den Bundespräsidenten - und Barbara Karlich. ORF-programmatisches Thema ihrer Show: "Das ist typisch rot-weiß-rot." (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.10.2010)

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