Lopatka greift "Privilegien" der Uni-Professoren an

19. Oktober 2010, 17:34
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Als Sonderregelung identifiziert er auch den Studienurlaub - alle sieben Jahre gibt es einen Rechtsanspruch auf ein Freisemester

Die Unis fordern von der Regierung mehr Geld - nun dreht Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) den Spieß um. "Wenn es um zusätzliche Uni-Milliarden geht, müssen die Sonderregelungen für alle Universitätsbediensteten miteinbezogen werden", verlangt er.

Als "Privileg" sieht Lopatka die "üppige" Pensionskassenregelung. Für Professoren zahlt der Staat als Dienstgeber einen Beitrag von zehn Prozent ein, für die restlichen Uni-Angestellten sind es drei Prozent. Zum Vergleich: Alle anderen Bundesbediensteten bekommen für ihre Pensionskassen einen Dienstgeberbeitrag von nur 0,75 Prozent. Lopatka fordert, dass der Zuschuss auch an Unis auf dieses Niveau gesenkt werde. Schließlich verursache die derzeitige Spezialklausel Mehrkosten von 43,7 Millionen Euro im Jahr.

Als Sonderregelung identifiziert der Staatssekretär auch den Studienurlaub, der weitere 24,3 Millionen koste: Alle sieben Jahre gibt es einen Rechtsanspruch auf ein bezahltes Freisemester.

Die Universitätenkonferenz sieht keinen Grund, "die ausgewogenen Regelungen zur Disposition zu stellen". Den zehnprozentigen Pensionsbeitrag habe einst der Bund selbst als Kompensation für die Kürzung der Beamtenpensionen vorgegeben, der "Studienurlaub" sei kein Urlaub, sondern für Lehr- und Forschungszwecke da. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2010)

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