Urheberrecht: Zeitungsverleger sehen Bedenken ausgeräumt

30. April 2003, 13:41
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Journalistengewerkschaft vermisst Stärkung der Position der Urheber

Beim Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ist man nun mit der am Dienstagabend im Parlament beschlossenen Novelle des Urheberrechts zufrieden. "Die Formulierung, die im Nationalrat gefunden wurde, räumt unsere Bedenken gegen die Erläuternden Bemerkungen aus", sagte VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Die Journalistengewerkschaft bedauerte indes in einer Aussendung, dass die nun erfolgte Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie eine "vertane Chance" sei.

Bei den Verlegern sieht man nun "die Grundlagen, um die urheberrechtlichen Interessen der Zeitungen zu vertreten" gegeben, sagte Schaffelhofer. Das VÖZ-eigene Lizenzsystem zur Nutzung von Zeitungsartikeln für Pressespiegel (PDN) werde man weiter ausbauen, kündigte er an.

"Zeitgemäße Erweiterung des Schutzes von Werken"

Auch für Waltraud Wiedermann, Geschäftsführerin der APA-DeFacto Datenbank und Contentmanagment GmnbJ wurde mit der Novelle eine "zeitgemäße Erweiterung des Schutzes von Werken" erzielt. Die Novelle bringe den von der EU beabsichtigten Schutz für die Rechteinhaber bei digitalen Nutzungsformen von Werken. Damit werde unter anderem die Herstellung von elektronischen Pressespiegeln an die Zustimmung der Verlage gebunden. Bestätigt werde somit auch der von der APA - Austria Presse Agentur seit Jahren eingeschlagene Weg, den Verlagen, deren Werke sie - etwa in Datenbanken oder als Pressespiegel - entgeltlich in digitaler Form zur Verfügung stellt, die Rechte abzugelten, betonte Wiedermann.

Journalistengewerkschaft vermisst Stärkung der Position der Urheber

Gar nicht zufrieden ist allerdings die Journalistengewerkschaft mit der Novelle. Sie vermisst eine Stärkung der Position der Urheber: Das geltende Urheberrecht berücksichtige in keiner Weise das wirtschaftliche Ungewicht zwischen den Urhebern - also den Journalisten - und den Medienhäusern, kritisierte Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft. In den Redaktionen gebe es außerdem zahlreiche freie Mitarbeiter, die nicht einmal den bestehenden Urheberrechtsschutz durchsetzen könnten. Eine Stärkung der Urheber sei aber vor allem in Hinblick auf die "zunehmende Mehrfachnutzung von journalistischer Arbeit" notwendig, so Bauer. Es sei bedauerlich, dass im Zuge der Novellierung keine breite Diskussion darüber stattgefunden habe. (APA)

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