Großer Unmut bei Betriebsversammlungen

29. April 2003, 19:23
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ÖGB bleibt bei Streiks

Wien - Die Gewerkschaft ist mit den vorgenommenen Änderungen bei der Pensionsreform keinesfalls zufrieden. Eine Analyse der Entschärfungsmaßnahmen habe ergeben, dass die Regierung weiterhin keine ausreichenden Maßnahmen für ältere Arbeitslose vorgesehen habe, kritisierte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Der Streikbeschluss dürfte in den nächsten Tagen umgesetzt werden.

In etlichen Unternehmen fanden auch am Dienstag Betriebsversammlungen statt. Die Belegschaft der drei am Standort Kapfenberg befindlichen Böhler-Uddeholm-Werke wurde am Dienstagvormittag auf Widerstand gegen die Pensionspläne der Bundesregierung eingestimmt: Es wurde eine einstimmige Resolution an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gefasst, in der eine Überarbeitung der Pensionsreform bis zum Herbst gefordert wird. GPA-Chef Hans Sallmutter sprach unter dem Applaus der Böhler-Beschäftigten von "Inhumanität" der Bundesregierung.

Etwa 3000 Beschäftigte der OMV versammelten sich vor dem Standort in der Wiener Lassallestraße. Leopold Abraham, Zentralbetriebsratsvorsitzender, sprach sich dabei ganz klar gegen die Pensionspläne der Regierung aus: "Es muss Schluss sein mit dem Schmäh der Pensionssicherung. In Wirklichkeit ist das ein Abkassieren. Das abzuwehren ist nicht nur Sache der Gewerkschaften und des ÖGB, das ist Sache von uns allen."

Beim Arbeitnehmerflügel der ÖVP zeigt man sich mit der nun vorliegenden Betriebsreform zufrieden. ÖAAB-Vize Michael Spindelegger meinte, die ärgsten "Giftzähne" seien gezogen worden. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 30.4./1.5.2003)

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