SPÖ gibt letzte direkte Parteitageszeitung ab

13. Oktober 2010, 18:23
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Der Werbe- und Immobilienunternehmer Hansjörg Berger übernimmt die "Kärntner Tageszeitung" ganz - Ein monatlicher Gratisableger und das Land sollen der früher roten Parteizeitung zu schwarzen Zahlen verhelfen

Just ein bürgerlicher Verleger und ehemaliger Entsorgungsunternehmer wollte die rote Kärntner Tageszeitung, kurz KTZ: Martin Aistleitner, der 2005 der ÖVP die Salzburger Volkszeitung abgenommen hat, bot sich auch der Kärntner SP an.

Zeitungsmanager Bernhard Wernig und Chefredakteur Ralf Mosser wollten ihre Anteile Hansjörg Berger abgeben. Der 30-jährige Werbe- und Immobilienunternehmer (Parkhotel Villach, Immobilien in der Türkei, Agentur Evi, Blitzlicht Revue) übernahm von der SP Ende 2009 zehn Prozent, als Mosser und Wernig 45 Prozent erhielten. Nun hat Berger 100.

Bergers Vater überzog Kärnten vor 15 Jahren mit Bezirksgratisblättern, die er der Styria (Kleine, Presse) verkaufte. Nun will Berger die KTZ mit einem monatlich versandten Anzeigenblatt in schwarze Zahlen bringen. Und er hofft auf Landesförderung, etwa für "mehrere 100.000 Euro" Investition in ein Redaktionssystem.

Mit der KTZ trennt sich die SPÖ von ihrer letzten Parteitageszeitung. Heute wurde 2004 vom ehemaligen Pressesprecher Werner Faymanns gegründet, neben einer Stiftung gehört das Gratisblatt einem SP-Wien-nahen Wirtschaftstreuhänder. Der erklärt aber, er sei auf eigene Rechnung beteiligt. Das Wiener Bezirksblatt gehört einem SP-Wien-nahen Verein. SPÖ-Granden wälzten zuletzt Pläne für eine (indirekte) Krone-Beteiligung, falls die WAZ aussteigt. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 14.10.2010)

  • Die KTZ einmal ganz ohne Rot (rechts): Hansjörg Berger, 30 und Sohn eines Gratiszeitungsgründers, hat der SPÖ die "Kärntner Tageszeitung" abgenommen.
    fotos: ktz, montage: friesenbichler

    Die KTZ einmal ganz ohne Rot (rechts): Hansjörg Berger, 30 und Sohn eines Gratiszeitungsgründers, hat der SPÖ die "Kärntner Tageszeitung" abgenommen.

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