Zu viel Haut für das Haus am Ring

11. Oktober 2010, 17:55
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Wirbel um die wegen Nacktfotos entlassene Solotänzerin des Staatsopernballetts

Wien - Staatsoperndirektor Dominique Meyer hat seinen französischen Landsmann Manuel Legris zum neuen Ballettchef erkoren, und selbiger wurde schon recht aktiv: Dabei hat jedoch die Tatsache, dass er Olga Esina und Maria Yakovleva den Titel "erste Solotänzerin" verliehen und Roman Lazik und Vladimir Shishov zu Solotänzern erkoren hat für weniger Furore gesorgt als die Entlassung von Karina Sarkissova.

Die gebürtige Russin ist seit 2009 Solotänzerin - zum Verhängnis wurde ihr nun, dass im Wiener Nacktfotos von ihr erschienen. Die Direktion der Staatsoper und des Balletts argumentieren, es handle sich bei Sarkissova quasi um eine Wiederholungstäterin. Bereits im Mai 2010 sei sie vom damaligen Ballettchef Gyula Harangozo "verwarnt" worden, da in der Juni-Ausgabe des Magazins Penthouse Nacktfotos von ihr veröffentlicht worden waren. Ohne Absprache mit der Staatsoper habe sich der Vorgang nun wiederholt. Deswegen die Trennung.

Staatsopern-Direktor Dominique Meyer meinte zudem, die Compagnie sei "schockiert" gewesen über die neuerlichen Fotos, die in der Rubrik "Sex" erschienen. Besonders die Cover-Aufschrift Die nackte Ballerina - Ballett wie wir es lieben störte den Direktor, der den Vorfall als einzigartig in der Geschichte der Staatsoper beschreibt. Etwas trockener die Staatsopernaussendung: "Die Nebentätigkeit von Frau Sarkissova unter Ausnutzung ihrer Reputation als Solotänzerin des Wiener Staatsballetts und der dadurch entstehende Konnex zur Wiener Staatsoper widerspricht eindeutig arbeitsrechtlichen Vorschriften."

Sarkissova selbst fühlt sich "als Frau diskriminiert" und sucht nun das Gespräch. Sie hat um einen Termin bei Direktor Meyer gebeten, der am kommenden Freitag auch zustande kommen wird. Möglich, dass dabei auch eine alte Bildpublikation zur Pariser Oper zur Sprache kommen wird, in der der neue Wiener Ballettchef, Legris also, alles andere als bekleidet zu sehen ist. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD - Printausgabe, 12. Oktober 2010)

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